#7 Liebe, Lust und Leidenschaft in Baden

Shownotes

Badener Zeitspur – Geschichten, Menschen und Spuren aus Baden

Willkommen bei der Badener Zeitspur – dem Podcast über Geschichte, Geschichten und besondere Persönlichkeiten aus Baden bei Wien.

In unserem Podcast nehmen wir euch mit auf eine Zeitreise durch Baden und erzählen von Menschen, Orten und Ereignissen, die die Stadt geprägt haben.

In dieser Folge sprechen Gabriele Hasmann, Autorin und Kennerin außergewöhnlicher Geschichten, und Silvia Eitler, Videografin und kreative Chronistin, über historische Spuren, spannende Persönlichkeiten und Geschichten aus Baden bei Wien.

Dabei geht es nicht nur um die großen Ereignisse der Vergangenheit, sondern auch um jene kleinen Details, Erinnerungen und Geschichten, die Baden bis heute besonders und lebendig machen.

Zeitgeschichte, Stadtgeschichte und persönliche Geschichten – manchmal nostalgisch, manchmal kritisch, aber immer mit Liebe zu Baden.

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Gabriele Hasmann – Autorin

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Silvia Eitler – Videografin

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🎵 Musik

Musik: Artlist Shtriker Big Band – „Lemonade“

Artlist – Shtriker Big Band

Transkript anzeigen

00:00:04: Schön, dass ihr erneut unserer Zeitspur folgt.

00:00:07: Heute sprechen wir darüber wie heiß es in Baden in den letzten Jahrhunderten zugegangen ist und damit sind nicht unbedingt die Temperaturen der Thermalquellen gemeint sondern vielmehr die erotischen Zerstreuungen nach den anregenden Schwierfelpätern

00:00:22: Kurschatten als nicht nur in Kauf genommen, sondern sogar erwünschte Nebenwirkungen.

00:00:27: Vielleicht sogar verordnet vom Arzt oder Apotheker um nicht nur der Gesundheit, sondern auch der sexuell motivierten Lebensfreude auf die Sprünge zu helfen.

00:00:36: quasi Sinneslust statt Badeschlussfrust.

00:00:40: Was hast du schön gesagt Silvia?

00:00:44: Sagen wir mal so schon Moritz Gottlieb Saphier schwärmte von der erstaunlichen Wirkung des Schwefelbads auf die Kokettierorgane.

00:00:54: Und wer sich durch Badens Geschichte wühlt, könnte tatsächlich den Eindruck gewinnen dass das warme Wasser gelegentlich nicht nur den Kreislauf sondern auch die Libido in Schwung brachte.

00:01:06: Dafür bräuchten wir vermutlich einen eigenen Beipackzettel denn heute geht es um zweitausend Jahre Laster lust und Leidenschaft in der Kurstadt Baden.

00:01:16: also endlich einmal eine seriöse historische Folge

00:01:19: Absolut!

00:01:20: Nur möglicherweise nicht ganz jungendfrei.

00:01:23: In dem Zusammenhang frage ich mich gerade, ob die Badener eigentlich schon immer so kontaktfreudig waren?

00:01:31: Selbst wenn wir sehr weit in der Geschichte zurückgehen lautet die Antwort immer noch ziemlich eindeutig ja und damit wären wir schon mitten in unserem Thema.

00:01:42: Wenn man eine alten mythologischen Erzählung glauben darf, ist die Verbindung zwischen Baden und der Liebe so alt wie die Geschichte der Römer.

00:01:50: Die ließen sich nämlich wegen der warmen Schwefel-Quellen hier nieder und gründeten Aquae – den Ursprung unserer heutigen Stadt.

00:01:57: Wie erotisch es damals in der römischen Therme unter das Sommer Arena tatsächlich zugänglich ist nicht überliefert aber antike Quellen berichten, dass man sich in den Badeanstalten von anno dazumal keineswegs sittsam benahm. Wobei in der Antike Sexualität allerdings grundsätzlich anders betrachtet wurde als in späteren christlich geprägten Jahrhunderten.

00:02:17: Prostitution gehörte zum Alltag

00:02:20: Und auch von der römischen Badekultur weiß man, dass sie weit mehr war als Körperreinigung.

00:02:25: Thermen waren gesellschaftliche Zentren.

00:02:27: Man wusch sich machte Leibesübungen ließ sich massieren pflegte den Körper und tauschte über kleine Lücken in die Ziegeltrennwänden zwischen den Kabinen Neuigkeiten aus Und man war fast die ganze Zeit über nackt dabei.

00:02:41: Später ging man zum Essen, danach machte ich noch einmal Gymnastik zu zweit und tauschte anschließend die Damen angeblich häufig munter durch.

00:02:50: Also Badezimmer, Fitnessstudio, Wellnesshotel, Onlinechats mit Sichtkontakt, Restaurant- und Swingerklub in einem... ...und alles sexuell völlig ungezwungen im Adamskostüm oder mit Leintuch um die Hüften!

00:03:05: So ungefähr, gibt es ja heute immer noch alles.

00:03:08: Allerdings erfolgt der Besuch in anderen Ortfits als damals.

00:03:12: Speziell für Online-Chats mit Kameraeinsatz würde ich persönlich mir lieber etwas mehr anziehen

00:03:18: Wer auch empfehlens wird.

00:03:20: Aber zugegeben, Als Freizeitempel klingt das römische Gesamtpaket gar nicht so schlecht

00:03:26: Stimmt und Google Bewertungen hätten die Therme vermutlich endgültig zum Hotspot gemacht.

00:03:31: Therme ist sehr schön Wasser angenehm warm Service überraschend persönlich.

00:03:36: Fünf Sterne!

00:03:38: So, aber jetzt weg von den Bildern die gerade in meinem Kopf entstehen hin zu zwei wundervollen Figuren aus der römischen Mythologie Venus und Amor.

00:03:46: Die beiden unternahmen nämlich eine Weltreise

00:03:49: Und kamen dabei ausgerechnet nach Baden?

00:03:52: Laut Überlieferung fanden sie es überall in Österreich schön Aber unsere Stadt hatte es ihnen besonders angetan.

00:03:59: Und weil so schön war, rasteten sie recht häufig Einmal direkt neben einer Thermalquelle.

00:04:04: Vermutlich hat sie der Geruch in eine Art Schwefelkoma versetzt.

00:04:07: Diese zarten Wesen waren solch ein intensiven Aromen sonst wahrscheinlich nie ausgesetzt.

00:04:13: Allerdings hat Armor vergessen seine Fackel zu löschen, die Frau hat es noch gesagt und wollte darüber reden aber er ist einfach eingeschlafen – und sie wurde dann auch müde und ist ebenfalls eingenickt.

00:04:23: Grob fahrlässig!

00:04:24: Was ist dann passiert?

00:04:26: In der Nähe wartet er während dessen ein junges Mädchen vergeblich auf ihren Freund

00:04:31: Und wurde vermutlich irgendwann extrem sauer.

00:04:33: Und wie?

00:04:34: Sie nahm Armors brennende Fackel und warf sie wütend in den Brunnen mit Schwefelwasser.

00:04:39: Das Wasser begann sofort zu brodeln!

00:04:42: Auch eine Methode ein Schwefelbad auf Betriebstemperatur zu bringen...

00:04:45: ...und als Venus und Armor von dem Zischen aus dem Schlaf hochschreckten, sahen sie die Bescherung.

00:04:51: Das klingt nach einem Moment in dem selbst Götter kurz über einer Haftpflichtversicherung nachdenken….

00:04:56: Allerdings, um nicht ihr Gesicht zu verlieren und womöglich wirklich noch für einen Schadensfall verantwortlich gemacht zu werden, verliehen sie dem Wasser seine Heilkraft.

00:05:05: Und alle Menschen die damit in Berührung kamen sollten vor dann besonders offen für die sinnliche Seite der Liebe

00:05:11: sein.".

00:05:12: Und vermutlich hat keiner fünf Minuten später jemand die Kurtaxe eingeführt?

00:05:17: Aber Moment Silvia!

00:05:18: Heißt das – die Badener Thermalquellen sind den Wahrheit ein antike Aphrodisiakum?

00:05:23: Laut dieser Geschichte schon….

00:05:25: Ich frage mich gerade, ob das den Besuchern der Römertherme beim Bezahlen des Eintritts mitgeteilt wird.

00:05:30: Also dass man unter Umständen stimuliert werden könnte?

00:05:35: Ich glaube nicht!

00:05:37: Marketingfehler stellt ihr vor wie das in den sozialen Medien viral gehen würde.

00:05:41: Treten Nebenwirkungen bei einem Bad im Schwefelbecken auf wenden sie sich bitte an den attraktiven Herrn auf Liege 14.

00:05:48: Richtig interessant wird es aber erst im Mittelalter, denn da entstanden in Baden Badstuben auch Schwitzbäder genannt.

00:05:55: Jetzt kommen wir zum guten Teil!

00:05:57: Wir waren bisher beim schlechten...

00:05:59: Nein, aber sobald irgendwo im Mittelalter Menschen gemeinsam in einen Zuber steigen weiß man da bleibt es nicht beim Waschlappen.

00:06:07: Tatsächlich waren die Badestuben erstaunlich

00:06:09: vielseitige Einrichtungen Die Bader wuschen ihre Kunden behandelten aber auch gesundheitliche Probleme.

00:06:16: Sie ließen zur Ader, schröpften zogen Zähne versorgten Wunden arbeiteten als Barbiere und Masseure Und handelten mit Heilkräuter.

00:06:25: Wieder so ein alles-unter-einem-Dachkonzept wie die Therme bei den Römern, Ärtzezentrum, Friseur, Kosmetikstudio und Spa.

00:06:33: Nur mit schlechteren Bewertungen bei der Zahnbehandlung.

00:06:36: Und ohne Betäubung!

00:06:37: Dafür gab es Wein.

00:06:38: Genug Wein ist auch eine Form der Betäubung.

00:06:41: Wenn die Besucher keine medizinischen Beschwerden hatten wurde gebadet, gegessen, getrunken und gesungen – und ganz nebenbei kümmerten sich die Bademägde liebevoll um die Gäste.

00:06:52: Oder es gingen die Hände der Zuber-Partner unter Wasser auf Wanderschaft.

00:06:56: Das war manchmal der Ehepartner, häufiger aber auch nicht!

00:07:00: In manchen Badstuben liefen diese Zuwendungen unter erotische Zusatzleistung.

00:07:05: Erotische

00:07:06: zusatzleistungen?

00:07:08: Auch eine wunderbare Formulierung.

00:07:10: Findest du

00:07:11: das?

00:07:11: Ja, klingt wie bei einer Flugbuchung.

00:07:13: Grundtarif: Zuber. Dann können Sie noch Musik, Massage und erotische Zusatzleistung anklicken.

00:07:20: Priority Boarding

00:07:22: Nur bei freien Kapazitäten.

00:07:24: Besonders bemerkenswert finde ich aber etwas anderes, manche Bader betätigten sich offenbar auch als

00:07:29: Kuppler.

00:07:30: Jetzt wird es interessant!

00:07:32: Wenn der Bader wusste das ein Mann auf Brautschau war und eine Frau noch den richtigen suchte, konnte er die beiden kurzerhand gemeinsam in eine Wanne setzen?

00:07:41: Nein! doch!

00:07:44: Das ist Tinder

00:07:45: nur analog!

00:07:46: Tinder mit warmem Wasser

00:07:48: Und der Algorithmus war der Bader

00:07:51: Großartig, aufgrund ihrer bisherigen Badegewohnheiten haben wir einen passenden Menschen für sie gefunden.

00:07:56: Wisch nach rechts.

00:07:57: Ging ihm zuber schlecht!

00:07:59: Dafür konnte man mit dem Fuß anstupsen

00:08:02: und wenn es nicht gepasst hat

00:08:03: dann wahrscheinlich Herr Baader bitte neu matchen.

00:08:07: Ich stelle mir gerade die Premium-Version vor...

00:08:10: Bitte nicht.

00:08:11: Baden plus keine Werbung unbegrenzte Matches und ein eigener Zuber.

00:08:19: Jedenfalls bekamen die Badehäuser mit der Zeit einen gewissen Ruf.

00:08:23: Sie wurden als Orte der Leichtfertigkeit kritisiert und auch Geschlechtskrankheiten spielten bei ihrer zunehmenden Regulierung eine Rolle.

00:08:32: Da war die Premium-Version offenbar doch nicht ganz ausgereift!

00:08:36: Eine solche Badstube befand sich in Baden übrigens„zu Jakoben im Baumgarten“, heute Areal Neustiftgasse 6/Strasserngasse 2.

00:08:46: Als ältester Besitzer ist 1420 ein Bader namens Martin nachweisbar. 

00:08:51: Und mit diesem Badehaus verbindet sich später ein schöner Badener Schwank,

00:08:55: Erzähl!

00:08:56: Ein hoher Herr kam zur Kur, sah im Bad eine wunderschöne junge Frau und verliebte sich sofort in sie.

00:09:03: Wegen seines gesellschaftlichen Ranges konnte er sie allerdings nicht einfach bei sich einquartieren und versteckte sie deshalb in einem Gartenhaus.

00:09:12: Romantisch!

00:09:13: Er besuchte sie jeden Abend.

00:09:15: Noch romantischer?

00:09:16: Eines Tages hielt er die Sehnsucht nicht mehr aus, unterbrach sogar seine Kur und erschien bereits mittags.

00:09:23: Oh Fehler – großer

00:09:24: Fehler.

00:09:25: Niemals unangemeldet zur Geliebten

00:09:28: Hätte er sich daran nur gehalten.

00:09:30: Jedenfalls fand er sein Mädchen in den Armen eines Badwaschls.

00:09:34: Siehst du?

00:09:35: Öffnungszeiten haben einen Sinn!

00:09:37: Der Betrogerne her wurde zum Gespött der Stadt und angeblich sagt man später zu betrogenen Liebhabern, Bruder, geh nicht nach Jakoben!

00:09:46: Wir sollten den Spruch wieder einführen...

00:09:48: Unbedingt, Betreten auf eigene Gefahr ist einfach zu unpräzise.

00:09:52: Aber irgendwann wurde es der Obrigkeit dann eh zu bunt was das promiskuitive Treiben in den Badstuben betraf.

00:09:59: Spielverderber gibt's offenbar in jedem Jahrhundert.

00:10:02: Man versuchte etwas Ordnung, in das feuchtfröhliche Chaos zu bringen.

00:10:06: Ab etwa 1600 gab es in Niederösterreich Regelwerke für Badegäste die später immer wieder ergänzt wurden.

00:10:13: Im Baden sollten detaillierte Instruktionen einen anständigen Badeverkehr gewährleisten.

00:10:20: Anständiger Badeverkehr ist bereits verdächtig.

00:10:24: Unter anderem war es verboten aus Wollust zu baden.

00:10:27: Entschuldigung, wie erkennt man das?

00:10:29: Ja,

00:10:29: das frage ich mich auch.

00:10:31: Stand dein Bademeister und kontrollierte das...

00:10:33: ...und fragte alles sittlich unter der Wasserlinie...?

00:10:37: Und bei auffälligen Wasserbewegungen gab's eine Verwarnung!

00:10:40: Man durfte außerdem bestimmte unangebrachte Lieder nicht singen!

00:10:44: Verständlich!

00:10:45: Und die hochlöbliche Quelle nicht einfach Wasser nennen!

00:10:48: Was?!

00:10:49: Ja tatsächlich...!

00:10:50: Das gefällt mir sehr, wir sollten das auf die Gegenwart übertragen.

00:10:53: Wer im Baden Wasser zum Schwefelwasser sagt, zahlt fünf Euro ins Welterbespaar-Schweinchen!

00:10:59: Und wer aus Wollust badet?

00:11:01: Doppelte Kurtaxe.

00:11:03: Im Laufe der folgenden Jahre nahmen Baderegeln und Brüderie zu – und im selben Maß die nackten Tatsachen und der Spaß beim gemeinsamen Planschen.

00:11:11: ab

00:11:13: Ende des 18. Jahrhunderts beispielsweise erschienen die Besucher von Badener Gesellschaftsbädern vollständig verhüllt.

00:11:20: Beim Verlassen des Wassers gab es sogar bauliche Vorkehrungen, damit sich Eintretende und Austretende nicht begegneten.

00:11:27: Man badete gemeinsam durfte sich aber beim Rausgehen nicht sehen?

00:11:31: Genau!

00:11:31: Faszinierend.

00:11:33: Gemeinsam nass sein war moralisch vertretbar, gemeinsam tropfen nicht.

00:11:37: Im Wasser stand der Stoff vom Körper ab, da konnte man über die Figur der Dame nur spekulieren.

00:11:43: Bleikügelchen im Saum sorgten dafür dass das Badegewand nicht aufschwamm.

00:11:48: Darüber haben wir schon in Folge vier gesprochen.

00:11:51: aber beim Heraussteigen hätte sich das nasse Gewand eng an die Kurven angeschmiegt und die weiblichen Rundungen wären für die Herren zu sehen gewesen.

00:11:59: Ah!

00:11:59: Die glitschige Kleidung war das Problem

00:12:01: offenbar.

00:12:02: Moral hat manchmal komplizierte Betriebsanleitungen

00:12:06: Und natürlich funktionierten die Vorschriften nicht immer.

00:12:09: 1797 häuften sich Beschwerden über „äußerste Unsittlichkeiten“.

00:12:14: Besonders junge Adelige und Offiziere fielen unangenehm auf.

00:12:18: Es wurde untergetaucht und direkt vor einer Dame wieder aufgetaucht Das Objekt der Begierde bespritzt und man berührte mit den Füßen Unter der Wasseroberfläche wie unabsichtlich Die Beine seines Gegenübers Mit dem man gerade flirtete.

00:12:31: Heute alles normal Silvia.

00:12:34: Allerdings blieb es dabei nicht.

00:12:36: Aufgeheizt durch das warme Wasser, die schwüle Luft und die ausgelassene Stimmung wurden Männer-Frauen gegenüber zudringlich und folgten ihnen nach dem Paar teilweise bis zu einer Schenke oder sogar nach Hause.

00:12:48: Da hört der lustige Teil allerdings auf!

00:12:50: Genau umschrieben wurde dieses Verhalten mit hübschen Begriffen wie dreiste Vertraulichkeiten.

00:12:56: Das höchstens eine gut gemeinte Verwarnung nach sich zog, wurden die liebenswütigen Männer von den Damen bei der Polizei angezeigt.

00:13:04: Früher hatte man wirklich ein Talent dafür, Übergriffe sprachlich mit einem Spitzendeckchen zuzudecken.

00:13:09: Da gab es ja noch viel mehr solcher Definitionen über die wir heute im selben Zusammenhang nur noch den Kopf schütteln.

00:13:15: Der Herr zeigte sich der Dame gegenüber außerordentlich zugewandt.

00:13:19: Heute Stalking Polizei.

00:13:22: Zwei Herren trieben es im Jahr 1806 besonders originell die Grafen Hieronymus von Colloredo und Eduard von Paar.

00:13:30: Aber über die liebestollen Ausrutscher dieser beiden Herren haben wir ebenfalls bereits in Folge Vier berichtet.

00:13:35: Im selben Jahr gab es aber noch einen weiteren Zwischenfall.

00:13:39: General Johann Gabriel Marquis de Chasteler, Fürst Henryk Lubomirski und einige andere Herren trugen Frauen auf den Armen durchs Wasser.

00:13:49: Als eine junge Dame scherzhaft untergetaucht wurde und daraufhin in eine Art Schockzustand geriet war der Spaß vorbei.

00:13:55: Ich erkenne ein Muster.

00:13:57: Sobald adelige oder hochrangige Herren in Baden ins Wasser steigen, sollte jemand die Aufsicht verständigen.

00:14:03: Einer meiner Lieblingskommentatoren zum badener Badeleben ist und bleibt aber Moritz Gottlieb Saphir, den wir eingangs ja bereits erwähnt haben.

00:14:12: Der Mann hat verstanden dass Schwefelwasser nicht nur auf die Gelenke wirkt sondern auch auf die Kokettierorgane.

00:14:19: ich weiß immer noch nicht was genau er damit gemeint hat.

00:14:22: Saphir schrieb sinngemäß, nach dem Bad öffneten sich nicht nur die Hautporen sondern auch die Herzensporen und ein Schwefelbad sei für ein Liebesgeständnis geradezu ideal.

00:14:34: Er ist Angst gefühlt an Brustbeklemmung, Schwindel und schließlich einen kleinen Schauer.

00:14:39: Das kann Liebe sein!

00:14:40: oder Kreislauf

00:14:41: Im Baden offenbar schwer auseinander zu halten.

00:14:44: Sein Fazit war jedenfalls Die Wirkung des Schwefelbads auf den Kokettierorgane sei erstaunlich.

00:14:50: Warum steht

00:14:50: das nicht auf

00:14:51: der Tourismusseite?

00:14:52: Silvia!

00:14:53: Wieso, damit würden wir eine ganz neue Zielgruppe erreichen.

00:14:57: Stimmt!

00:14:58: Irgendwann haben schließlich auch die letzten drei Menschen erfahren dass der Kaiser im Baden badete und Beethoven hier häufig seine Sommerfrische verbracht

00:15:05: hat.

00:15:06: Schlagen wir jetzt die Brücke von den Kokettierorganen zur Prostitution.

00:15:10: Elegant.

00:15:11: Danke.

00:15:12: In den Badener Ratsprotokollen finden sich tatsächlich Hinweise auf sogenannte „Hurerey“ und „Unzucht“.

00:15:20: Frauen wurden bestraft, öffentlich gedemütigt und teilweise aus dem Burgfried verwiesen.

00:15:25: Eine mögliche Strafe war die sogenannte Fiedel- oder Schandgeige – eine Fessel für Hals und Hände.

00:15:31: Und die Männer?

00:15:32: Auch Männer konnten wegen sexueller Vergehen bestraft werden.

00:15:36: Alte Rathaus-Protokolle zeigen allerdings deutlich, wie streng die Moral ausgelegt wurde hing nicht nur vom Geschlecht ab sondern auch davon auf welcher gesellschaftlichen Sprosse man stand.

00:15:47: Also je höher oben desto kleiner wirkte das Vergehen.

00:15:50: Sex gibt es immer noch Doppelmoral auch und gesellschaftlicher Stellung macht Gesetze erstaunlich situationselastisch.

00:15:57: 1810 wurden zusätzlich Wiener Inspektionskommissäre eingesetzt, die während der Sommersaison ein Auge auf die Kurstadt werfen sollten.

00:16:07: Sie berichteten über Bettler, Glücksspiel, moralische Vergehen und Prostituierte.

00:16:12: Und am achten Juli 1810 wurden sie wegen einer besonders originellen Kontaktanzeige in den Kurpark gerufen.

00:16:19: Richtig.

00:16:20: An mehreren Stellen waren Zettel angebracht worden, eine junge Witwe lies darauf mitteilen sie besitze sowohl körperliche Reize als auch Geistesbildung habe aber ihr Vergnügen eingebüßt und wünsche in Baden Gesellschaft

00:16:35: Die näheren Bedingungen.

00:16:36: können man abends zwischen zehn und elf Uhr beim Äskulaptempel erfahren.

00:16:40: Das ist Tinder, 1810

00:16:42: Profiltext:

00:16:43: Junge Witwe attraktiv gebildet sucht Gesellschaft.

00:16:47: Empörte Bürger hatten die Zettel allerdings teilweise bereits abgerissen.

00:16:54: Die ersten Administratoren sozialer Netzwerke. Dieser Inhalt verstößt gegen unsere Gemeinschaftsstandards! Baden war seiner Zeit voraus.

00:17:01: Im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts wurde die Prostitution stärker reguliert.

00:17:05: In den letzten Jahren gab es in Baden konkrete Vorschriften für sogenannte Freimädchen.

00:17:11: Sie mussten sich nach ihrer Ankunft bei der Polizei melden, ein Gesundheitsbuch führen und sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen.

00:17:18: Auch ihr Verhalten im öffentlichen Raum wurde streng geregelt.

00:17:22: Ihnen wurde beispielsweise freches oder unanständiges Benehmen in Straßen Parks, Gast- und Caféhäusern verboten.

00:17:29: Zu bestimmten Zeiten durften sie nachts nicht alleine promenieren.

00:17:33: Streitigkeiten konnten ebenfalls bestraft werden.

00:17:36: Also man erlaubte ihnen Sex gegen Geld,

00:17:38: Aber bitte kein schlechtes Benehmen im Caféhaus!

00:17:41: Im Baden hat man halt so seine Prinzipien, hauptsächlich die Tischkultur stimmt.

00:17:45: Besonders beliebt für Geschäftsanbahnungen war damals übrigens der Kurpark.

00:17:49: Dort promenierten so viele Menschen, dass entsprechende Absprachen relativ unauffällig getroffen werden konnten.

00:17:56: Anfangs des neunzehnten Jahrhunderts gab es dort allerdings noch sehr wenige Laternen.

00:18:01: Die Inspektionskommissäre beklagten, die Menschen würden in der Dunkelheit geradezu aufeinanderstoßen – teils zufällig und absichtlich!

00:18:11: Und anschließend hat man sich gleich im Gebüsch vergnügt.

00:18:13: Heute ist der Kurpark besser beleuchtet.

00:18:16: Wieder so ein Fall wo moderne Stadtplanung die Erotik ruiniert.

00:18:20: Dafür gibt es WLAN und Datingplattformen.

00:18:22: Stimmt, die Geschäftsanbahnung wurde digitalisiert das Gebüsch ist geblieben.

00:18:27: Das Prostitution im Baden nicht ausschließlich ein historisches Thema ist zeigt er sich übrigens im Jahr 2021

00:18:35: Ausgerechnet in UNESCO-Jahr?

00:18:36: Tatsächlich.

00:18:37: Im April, 2021 erhielt die Polizei einen Überprüfungsauftrag für die damals stillgelegte Pension Eden.

00:18:45: Es bestand der Verdacht dort werde ein illegales Laufhaus betrieben.

00:18:49: Bei der Kontrolle wurden sieben Frauen angetroffen und die Polizei ermittelte wegen des Verdachts illegaler Prostitution.

00:18:57: Nomen est Omen Wobei die UNESCO natürlich die bedeutende europäische Kur-Tradition mit ihren Bädern, Promenaden, Parks, Hotels, Theatern und auch gesellschaftlichen Einrichtungen würdigte.

00:19:10: Genau diese Verbindung gehört tatsächlich zum historischen Wesen der Europäischen Kurstadt – und die Kur war nicht nur medizinische Behandlung sondern ein gesellschaftliches Gesamtpaket aus Gesundheit, Bewegung und Vergnügen!

00:19:23: Na siehst du, wissenschaftlich bestätigt.

00:19:25: Vergnügen gehört zum Kurprogramm!

00:19:27: Und

00:19:27: so schließt sich der Kreis?

00:19:29: Apropos vergnügen – Baden war über Jahrhunderte auch ein wunderbarer Ort zum Flirten.

00:19:34: Jetzt kommen wir endlich zu etwas das wir heute noch anwenden können.

00:19:38: Im neunzehnten Jahrhundert flanierten heiratswillige junge Frauen durch den Kurpark und wussten sehr genau, wie man mit Blicken, Gesten und kleinen Signalen Aufmerksamkeit erregt.

00:19:48: Moritz Saphir  behauptete sogar, Frauen die völlig unfähig zum Kokettieren nach Baden kamen hätten es innerhalb weniger Wochen gelernt.

00:19:57: Nach acht Tagen wanderten die Blicke schon durch dem Park.

00:19:59: Nach weiteren acht Tagen wurden damit Männer eingefangen!

00:20:03: Intensivkurs flirten.

00:20:05: Dafür sollte es heutzutage einen Kurs auf der VHS geben, so schwerfällig wie die Leute beim Anbandeln geworden sind.

00:20:12: Früher hat man Menschen begehrliche Blicke zu und nachgeworfen – heute bemerkt man sie vermutlich gar nicht weil man ständig nur aufs Handy schaut!

00:20:20: Und wundert sich anschließend warum man niemanden kennenlernt.

00:20:23: Anno dazumal gab es natürlich auch noch den Fächer, der zum Kokettieren verwendet wurde. 

00:20:28: Mit ihm konnte eine Dame einen Teil ihres Gesichts verbergen, über den Rand hinweg Blicke werfen und zugleich Botschaften vermitteln.

00:20:35: Solche sogenannten Fächersprachen wurden im neunzehnten Jahrhundert populär.

00:20:39: Und wie hat sie funktioniert?

00:20:41: Ich frage für eine Freundin.

00:20:43: Fächer hinter dem Kopf vergiss mich nicht!

00:20:45: Über die Augen gleiten lassen?

00:20:47: Verzeih mir – mit der rechten Hand vor das Gesicht halten folge mir und dasselbe mit links.

00:20:53: ich suche Bekanntschaft.

00:20:55: langsam fächeln Ich bin verheiratet.

00:20:58: Und wenn ich zu schnell fächle?

00:21:00: Dann hast du möglicherweise nach drei Minuten eine Affäre, obwohl dir eigentlich nur warm war.

00:21:04: Das System hat Schwächen!

00:21:06: Absolut!

00:21:07: Was wäre das heutige Pendent zur damaligen Fächer-Sprache, wenn ich in Badener Kurpark auf Aufriss gehe?

00:21:14: Handy mit der linken Hand vor das Gesicht halten – ich suche Bekanntschaft.

00:21:18: Oder auf deinen Profilfotos siehst Du aber anders aus.

00:21:22: Gut!

00:21:23: Handy mit der rechten Hand vor dem Gesicht?

00:21:25: Ich google dich gerade.

00:21:27: Handy locker in der Hand halten?

00:21:28: Du bist hot!

00:21:29: Handy in die Tasche stecken,

00:21:31: verschwinde!

00:21:32: Zwei Mal nervös Richtung Casino

00:21:33: schauen?!

00:21:34: Ich habe Geld und kann deine Sugarmami sein wenn du willst.

00:21:37: Zwei mal nervös vom Casino wegschauen?

00:21:39: Ich habe kein Geld und suche einen SugarDaddy.

00:21:42: Ein Selfie machen?

00:21:43: ich bin selbstverliebt und möchte von meinem Kerl bewundert werden.

00:21:47: Und wie sagt man heute folge mir

00:21:49: Man schickt in die Adresse das Treffpunkt aufs Handy.

00:21:52: Folge mir heißt heute Route starten!

00:21:55: Romantik

00:21:55: mit GPS-Koordinaten.

00:21:57: Dafür landet niemand versehentlich beim falschen Äskulaptempel.

00:22:01: Übrigens kann man ebenso in der Römer, der mir jemand kennenlernen wenn man die richtigen Signale aussendet.

00:22:06: Demonstrativ?

00:22:07: Die freie Liege nehmen sich mit dem Handtuch reservieren.

00:22:11: Ich möchte dich näher kennen 

00:22:12: lernen

00:22:13: Zwei Liegen mit Handtüchern reservieren.

00:22:15: ich

00:22:15: bin Deutsche

00:22:16: Silvia.

00:22:17: Wir wollen keine diplomatische Krise mit einer weiteren Great Spa Town.

00:22:22: Okay, stimmt!

00:22:23: Baden Baden

00:22:24: ist schließlich auch dabei.

00:22:26: Allerdings müsste es für all diesen non-verbalen Botschaften einen eigenen VHS Kurs geben wie schon mal erwähnt – Für Frauen und Männer.

00:22:33: Denn was bringt's wenn ich die Fächer richtig halte Und die Männer dann einfach denken Ich wäre hässlich und würde mich dahinter verstecken?

00:22:40: Das ist wahr.

00:22:40: Und einen weiteren Kurs müsste es für die richtige Verwendung der Handy-Rechtschreibkorrektur und den Einsatz zum Text passender Emojis geben.

00:22:48: Erstaunlich, wie erfinderisch die Menschen früher beim Anbandeln waren.

00:22:52: Heute nimmt uns die Technik einen guten Teil davon ab.

00:22:55: Soziale Netzwerke verraten in Beziehungsstatus Die KI liefert den Anmachspruch und übers Handy werden Nachrichten und sinnliche Fantasien ausgetauscht.

00:23:03: Eigentlich müssen wir nur noch selber zum  Rendezvous erscheinen, denn für den Live-Körperkontakt gibt es noch keine zufriedenstellende Alternative.

00:23:12: Bevor wir noch weiter in die Zukunft blicken und erotische Utopien diskutieren, springen wir wieder zurück in die Vergangenheit und schauen uns nochmal an wie die Menschen früher in Baden Partner fürs Leben oder auch für den nächsten Badezuber suchten.

00:23:25: Wir stellen uns frühere Jahrhunderte gern prüde vor hochgeschlossene Kleider, strenge Moral-, die geseltschaftliche Regeln, beaufsichtigte junge Damen und Behörden, die sich um die öffentliche Sittlichkeit sorgten.

00:23:38: Und gleichzeitig finden wir in den Quellen Menschen, die flirten Fremdgehen heimlicher Rendezvous vereinbaren, Kontaktanzeigen aufhängen, käufliche Liebesuchen, Regeln umgehen oder erstaunlich viel Fantasie entwickeln wenn sie an Menschen zueinanderfinden wollten.

00:23:54: Und bis heute ist das Grundbedürfnis gleich geblieben.

00:23:57: Nur die Ansprüche und Möglichkeiten haben sich geändert.

00:23:59: Früher Fächer, heute Smartphone!

00:24:01: Früher Badestube, heute Wellness-Hotel!

00:24:04: Früher Kuppler, heute Dating App!

00:24:06: Früher Inspektionskommissär?

00:24:08: Heute Datenschutzbeauftragter!

00:24:10: Eigentlich schön dass der Mensch in Liebe Lust und Leidenschaft erstaunlich konstant bleibt auch wenn sich das drum herum laufend ändert.

00:24:17: Wenn jetzt allerdings jemand denkt weil er uns aufmerksam zugehört hat Wunder.

00:24:21: Ich fahre morgen nach Baden, steige in Schwefelwasser und warte darauf, dass sich meine Kokettierorgane öffnen.

00:24:28: Dann wird er möglicherweise enttäuscht!

00:24:30: Keine Garantie?

00:24:31: Keine!

00:24:33: Oder wir beleben die Fächersprache wieder...

00:24:35: Das gefällt mir besser!

00:24:36: ...

00:24:36: dann sitzen demnächst im Kurpark überall Menschen mit Fächern

00:24:40: Und keiner weiß was der andere meint und deutet Signale möglicherweise falsch.

00:24:45: Zumindest muss man sich dann über das Missverständnis von Angesicht zu Angesichts austauschen und kann den anderen nicht einfach blockieren oder ghosten.

00:24:53: Stimmt, ist auch eine Art der persönlichen Kommunikation.

00:24:56: Damit ist unsere erotische Zeitreise durch Baden vorerst beendet – natürlich gibt es auch zahlreiche historische Paare die Amor in Baden anschoss.

00:25:05: aber dazu wird es eine weitere Folge geben.

00:25:08: Bevor wir nun zum Ende kommen, gibt es heute wieder einen Geschichtsschnipsel aus Wien.

00:25:12: passend zum Thema Protagonist ist Franz Grillparzer, der sich in seiner Sommerfrische in Baden offenbar von seinen sexuellen Abenteuern in Wien erholte.

00:25:26: Geschichtsschnipsel aus Wien 𝐏𝐚𝐥𝐚𝐢𝐬 𝐌𝐨𝐥𝐥𝐚𝐫𝐝-𝐂𝐥𝐚𝐫𝐲: 𝐅𝐫𝐚𝐧𝐳 𝐆𝐫𝐢𝐥𝐥𝐩𝐚𝐫𝐳𝐞𝐫 𝐚𝐥𝐬 𝐖𝐨𝐦𝐚𝐧𝐢𝐳𝐞𝐫

00:25:35: Henriette Fossi-Theimer, eine der führenden Wiener Theatersängerinnen, feiert als Cherubin in der Mozarts „Figaro“ stürmische Erfolge.

00:25:43: Eines Tages las sie im Beisein ihres aktuellen Liebhabers Baron Stephan von Wesenheim ein Gedicht vor, dass ihr ein unbekannter Verehrer in die Bühnengarderobe hatte schicken lassen und indem er von ihrem wogenden Busen und ihren heißen Lippen schwärmte.

00:25:59: Henriette bat den Baron herauszufinden wer diese glutvollen Worte verfasst hat was dieser Zähne knirschend versprach.

00:26:07: Ein strenger Wintertag im Februar 1821: Im Palais Mollard-Clary in der Herrengasse 9

00:26:14: in jener Zeit bewohnt von dem reichen Bankier Johann Heinrich Ritter von Seymüller und seiner Frau Klara fand eine Gesellschaft statt zu der auch der Wiener Dramatiker Franz Grillparzer geladen war.

00:26:27: Nach einer Weile trat ein junger Mann auf ihn zu, der sich als Baron Stephan von Wesenheim vorstellte erhielt seinen Gegenüber einen Zettel hin und sagte Darf ich Ihnen ein Gedicht vorlegen, von dem ich gerne wüsste wer es verfasst hat?

00:26:40: Franz Grillpazer begann zu lesen und wurde schon nach den ersten Zeilen blass um die Nasenspitze er fragte:

00:26:46: Wie gelangt er das Stück Papier in Ihrem Besitz?

00:26:50: Der junge Mann erklärte es seinem Gegenüber und erbat seine Hilfe bei der Suche nach dem Verfasser.

00:26:55: Der Dramatiker lächelte und gestand diese Zeilen selbst geschrieben zu haben weil er Henriette Fossi-Theimer für eine der schönsten Frauen hielt, die es auf Erden gab.

00:27:05: Rasch fragte er, wo die Dame den wohne woraufhin der überrumpelte Stephan von Wesenheim wie aus der Pistole geschossen antwortete in der Rotenturmstraße Ecke Stephansplatz.

00:27:15: Franz Grillparzer eilte in Richtung Eingangstür, griff nach seinem Zylinder und verschwand mit den Worten: recht herzlichen Dank Herr Baron!

00:27:23: Die folgende Nacht in Henriettes Wohnung soll dann recht stürmisch verlaufen sein – wie eine Freundin der rassigen Sängerin später berichtete.

00:27:33: Und

00:27:34: Achtung! passend dazu:

00:27:35: Das nächste Mal erwartet euch eine Spezialfolge aus dem sündigen Wien mit vielen schlüpfrigen Szenen und Geschichten aus der Zeit der Monarchie.

00:27:43: Da freue ich mich schon darauf!

00:27:45: Damit verabschieden wir uns nun aus der Kurstadt Baden, deren sinnliche und kokette Seite wir heute beleuchtet haben.

00:27:52: Und wenn Euch diese Folge gefallen hat, macht gerne ein bisschen Werbung für uns, abonniert unseren Podcast und schenkt uns ein Like.

00:28:05: Gerade deshalb reden wir darüber.

00:28:07: Und hören nicht auf, bis jemand zuhört!

00:28:09: Das war unsere heutige Folge Eine Erinnerung aus der Vergangenheit verbunden mit dem Heute in Baden bei Wien.

00:28:16: Danke fürs Zuhören und fürs Mitgehen auf diese kleine Zeitreise.

00:28:20: Wenn euch die Folge gefallen hat teilt sie, empfehlt unseren Podcast gerne weiter und hört auch beim nächsten Mal wieder rein wenn bei unserer nächsten Geschichte Vergangenheid auf Gegenwart trifft.

00:28:30: Wir sind Silvia Eitler

00:28:32: und Gabriele Hassmann

00:28:33: Und wir freuen uns, wenn ihr Baden auch künftig neu mit uns entdeckt.

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