#6 Kunst und Künstler in Baden damals und heute

Shownotes

Badener Zeitspur – Geschichten, Menschen und Spuren aus Baden

Willkommen bei der Badener Zeitspur – dem Podcast über Geschichte, Geschichten und besondere Persönlichkeiten aus Baden bei Wien.

In unserem Podcast nehmen wir euch mit auf eine Zeitreise durch Baden und erzählen von Menschen, Orten und Ereignissen, die die Stadt geprägt haben.

In dieser Folge sprechen Gabriele Hasmann, Autorin und Kennerin außergewöhnlicher Geschichten, und Silvia Eitler, Videografin und kreative Chronistin, über historische Spuren, spannende Persönlichkeiten und Geschichten aus Baden bei Wien.

Dabei geht es nicht nur um die großen Ereignisse der Vergangenheit, sondern auch um jene kleinen Details, Erinnerungen und Geschichten, die Baden bis heute besonders und lebendig machen.

Zeitgeschichte, Stadtgeschichte und persönliche Geschichten – manchmal nostalgisch, manchmal kritisch, aber immer mit Liebe zu Baden.

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Gabriele Hasmann – Autorin

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Silvia Eitler – Videografin

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Anja Rauter – Autorin

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🎵 Musik

Musik: Artlist Shtriker Big Band – „Lemonade“

Artlist – Shtriker Big Band

🖼️ Bildnachweis

Titelbild/Folgecover: Wiener Museen – Online Sammlung © Wiener Museen, Online Sammlung

Transkript anzeigen

00:00:04: Schön, dass ihr erneut unserer Zeitspur folgt.

00:00:07: Heute sprechen wir darüber wie Baden spätestens zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts zum Influencer-Hotspot wurde – nur eine Influenzer

00:00:15: Dafür mit Menschen die durch echtes Können berühmt wurden oder zumindest Rang und Namen vorweisen konnten.

00:00:21: Und diese Personen hatte Kaiser Franz II.

00:00:24: der Erste im Schlepptau, praktisch

00:00:26: in seinem ganz persönlichen Follower-Pulk

00:00:28: – als er ab 1803 jährlich mit Familie und höfischem Tross zur Sommerfrische nach Baden reiste und sich den Luxus einer Kur in den warmen Thermalquellen leistete. 

00:00:47: Mit eigener Schwefelwasserzufuhr in die Wanne versteht es sich!

00:00:50: Das bedeutete einen enormen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung für die Stadt.

00:00:56: Weshalb sich ganz Baden jedes Jahr zu Beginn der warmen Jahreszeit freute, wenn die Creme de la Crème der Monarchie ankam und der kleine Kururt zum mondänen Wellnessressort mit Promi-Faktor wurde

00:01:08: Damals flanierten den ganzen Sommer über tausende Besucher aus der Hauptstadt durch die Innenstadt, die nach ihren Gesundheitsanwendungen nachmittags shoppen gingen oder in den Café-Häusern saßen und abends kulturelle Darbietungen genossen.

00:01:22: Heute würde man sagen für die Wiener haben wir leider nicht genug Parkplätze und Hotelzimmer!

00:01:28: Das war damals noch einfacher.

00:01:30: Der Geldadel und die bessere Gesellschaft reiste mit Kutschen an, stellte ihre Gefährte dann in den vorbereiteten Stallungen, die am Rande der Stadt lagen, unter.

00:01:40: Die Fahrt von Wien nach Baden auf holprigen Straßen durch die größtenteils noch unverbaute Landschaft dauerte damals rund fünf Stunden.

00:01:48: Haltgemacht

00:01:48: wurde zwischendurch im Neudorf am Wienerberg bei einer Würstelstation

00:01:53: Und die Künstler, meist etwas ärmer an Mammon dafür umso reicher an Genie fuhren mit dem Stellwagen.

00:01:59: Ab Mitte des neunzehnten Jahrhunderts brachte sie dann auf die Eisenbahn nach Baden.

00:02:04: Untergebracht wurde das Kaisers Entourage in noblen Villen, die dafür extra gebaut wurden.

00:02:09: Ebenso feudal hausten die Vertreter der Wiener Oberschicht, die jedes Jahr fast ihren gesamten Hausrat samt Angestellter mit nach Baden brachte.

00:02:17: Die Kunstschaffenden quartierten sich weit bescheidener ein – in Gasthäusern oder bei Badenern, die Zimmer vermieteten!

00:02:25: Weilte ein zahlender Gast länger als fünf Tage in der Stadt, musste sein Quartiergeber dessen Anwesenheit mit Namen, Stand und Herkunft dem Stadtmagistrat melden.

00:02:35: Da diese sogenannten Kurlisten auch ausgedruckt und verkauft wurden, wussten die Badener immer wann sich Promis in der Statt aufhielten.

00:02:43: Und dafür braucht es nicht einmal Paparazzi oder ein Boulevard-Magazin!

00:02:47: Die Kurlisten verrieten schließlich ganz offiziell wo die Prominenz wohnte – den Rest erledigte der Badener Klatsch.

00:02:55: So wusste man immer, wo man nach Vertretern aller Künste unter Wiener High Society Ausschau halten konnte.

00:03:01: Damals war es noch einfach ein Groupi zu sein!

00:03:04: Und wer etwas auf sich hielt ließ in den Kurlisten nicht nur seinen Namen sondern auch Stand- und Herkunft veröffentlichen.

00:03:11: Datenschutz war damals offensichtlich noch kein Thema.

00:03:15: Ist ja auch heute manchmal nur ein Lippenbekenntnis Wenn ich daran denke, wie oft die Damen vom Empfang in einer Arztpraxis ins volle Wartezimmer prüllen.

00:03:24: „Ich hätte jetzt das Rezept für die Hämorrhoidensalbe fertig, Frau Waldmann!“

00:03:28: Na super, Gabi! Jetzt sehe ich vor meinem inneren Auge ein ganzes Wartezimmer, das betreten zu Boden blickt

00:03:35: Komm retten wir die Würde aller Hämorrhoiden-Geplagten.

00:03:37: und kehren zurück ins Baden des 19. Jahrhunderts.

00:03:41: Die Kurstadt war damals der Place-to-Be und bot den Wiener Sommerfrischlern die perfekte Kulisse heilende Quellen, elegante Unterkünfte, gesellschaftliche Ereignisse und genug neugieriges Publikum um ausgiebig besprochen zu werden.

00:03:57: Und eine perfekte Kulisse für jene, die hauptsächlich darauf hofften zufällig neben dem Kaiser am Trinkbrunnen zu stehen.

00:04:04: Warum denke ich jetzt schon wieder an ein Selfie?

00:04:07: Weil Baden schon damals der Ort war, an dem man gesehen werden wollte – nicht mit dem Smartphone sondern mit Haltung, Hut und möglichst prominenter Begleitung!

00:04:16: Die Stadt war Kurort, Kulturzentrum und Klatschbörse in einem, Wobei so viel hat sich daran bis heute ja nicht geändert, auch wenn sich die kulturellen Highlights mittlerweile ein bisschen einseitig, sprich musiklastik präsentieren.

00:04:32: Und nicht zu vergessen!

00:04:34: Baden war auch Partnerbörser und Heiratsmarkt.

00:04:37: Damals wusste jeder wer mit wem spazieren ging, wer sich gerade um wen bemühte – und wer am Ende vermutlich doch jemand ganz anderen heiraten würde…

00:04:46: Mit den Künstlern und der Wiener Hautevolée, die sehr viel Esprit- und Zeit für Kontemplation gesellschaftliches Geplänkel und standesgemäßes Herumflanieren mitbrachten, hielten in der Stadt jedenfalls Laissez-faire und Noblesse Einzug.

00:05:00: Na servus!

00:05:01: Das waren jetzt viele Fremdwörter im Absatz!

00:05:05: Wir sind Künstlerinnen, Silvia, wie dürfen das

00:05:08: Und wissen die Begriffe auch

00:05:09: einzusetzen?

00:05:10: Das stimmt allerdings und sie passen halt so herrlich zur damaligen Zeit.

00:05:13: eben

00:05:14: Und weißt du was die geistige Elite aus Wien noch mitbrachte?

00:05:17: Kreativität.

00:05:19: Es kamen Komponisten, Schriftsteller, Maler, Schauspielerinnen und Tänzerinnen – kurz gesagt alles  was Rang, Namen oder wenigstens ein besonders gepflegtes Profil hatte.

00:05:30: Profil im wörtlichen Sinn!

00:05:32: Das musste ja schließlich auf Gemälden gut aussehen.

00:05:35: Ganz genau!

00:05:36: Denn statt Selfies gab es Porträts statt... statt Storys Gespräche auf Parkbänken, in Kaffeehäusern oder in den eleganten Salons und statt Detox-Smoothies bekam man Schwefelbäder.

00:05:47: Einer dieser Salons befand sich übrigens in der Theresiengasse 2, der Sommerresidenz der Jüdin Franziska genannt.

00:05:54: Fanny von Arnstein Die emanzipierte Gesellschaftsdame aus Wien führte den Salon im Sinne der Aufklärung und war schon bald für ihre anspruchsvollen Abendveranstaltungen im Kreise von Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern bekannt.

00:06:08: Der Unterschied zu heute?

00:06:10: Damals versammelte man sich noch an einem Tisch, redete und diskutierte bis tief in die Nacht hinein, trank Whisky und rauchte Zigarren

00:06:17: Auch die Damen übrigens!

00:06:19: Heute gründet man eine WhatsApp-Gruppe oder betreibt einen Kulturinstagramm Kanal, nippt am Hugo und saugt an der E-Zigarette mit Erdbeergeschmack.

00:06:27: Es muss eine tolle Zeit gewesen sein, der man aber wunderbar nachspüren kann.

00:06:31: Denn wer heute durch Baden spaziert sieht nicht nur schöne Fassaden sondern gewissermaßen ein steinernes Gästebuch.

00:06:38: Hinter fast jeder Tür hat irgendwann ein Komponist, Dichter oder sonst ein Genie gewohnt – oder zumindest versucht zwischen Schwefelbädern, kulturellen Darbietungen und launigen Gesprächen zu sich selbst oder neuen Ideen für einen Werk zu finden!

00:06:53: Dank der bereits erwähnten Kutlisten lässt sich heute noch erstaunlich genau nachvollziehen, in welchen Badener Häusern große Persönlichkeiten ihren Sommer verbrachten.

00:07:03: Zum Beispiel Ludwig von Beethoven, der zwischen die 1807 und 1825 regelmäßig nach Baden kam und an gleich mehreren Adressen wohnte – unter anderem in der Rathausgasse 10, dem heutigen Beethovenhaus. 

00:07:17: Beethoven war praktisch Badens berühmtester Dauergast.

00:07:21: Wenn er seine Stempelkarte gegeben hätte, hätte er die zehnte Kur gratis bekommen.

00:07:26: Das hätte ihm gefallen denn er war ein unglaublicher Pfennigfuchser Er hat jeden Kreuzer umgedreht und führte auch in Baden penibel Buch über seine Ausgaben.

00:07:35: Darin stand zum Beispiel: 22 Kreuzer für Schokolade, 29 Kreuzer fürs Mittagessen, 17 Kreuzer Trinkgeld

00:07:43: Alles wurde notiert.

00:07:45: Der gute Mann hätte heute wahrscheinlich eine Exeltabelle geführt

00:07:49: Wenn er einen Laptop besessen hätte, ganz bestimmt.

00:07:52: Damals musste eben ein Notizbuch herhalten und wenn keines zur Hand war,

00:07:56: dann nahm er einfach die Fensterläden seiner Mietwohnung

00:07:59: Genau!

00:07:59: Dort kritzelte er Rechnungen, Noten und Notizen drauf.

00:08:03: Die Vermieter waren darüber vermutlich zunächst mäßig begeistert.

00:08:06: Bis sie draufkamen, dass sie die beschriebenen Fensterläden später als Beethoven-Souvenirs teuer an Kurgäste verkaufen konnten.

00:08:14: Und wenn das Musikgenie seine Gedanken nicht gerade auf einem Stück Holz festhielt, dann brummte er sie vor sich hin.

00:08:20: So berichtet von Zeitzeugen die den Komponisten im Helenental erblickten als er mit zerzaustem Haar wild gestikulierend und mit sich selbst sprechend durchs Helenental wanderte.

00:08:31: Im Sommer sogar nur im Hemd den Gehrock lässig über einen Stock gehängt.

00:08:36: Einmal verirrte er sich dabei, als der Wind seinen Hut bis nach Wiener Neustadt trug und wurde dort struppig verstaubt und halb verdurstet von der Polizei als Landstreicher aufgegriffen und auf die Wachstube gebracht.

00:08:47: Stellt ihr das einmal vor?

00:08:49: Name?

00:08:50: Beethoven?

00:08:51: Ja genau!

00:08:52: Und ich bin Mozart.

00:08:54: Erst sein Freund Blasius Höfel konnte den etwas ramponierten Maestro wieder abholen.

00:08:59: Apropos Spaziergänge, auf einem schmalen Waldweg nahe der Weilburg begegnete Beethoven Kaiser Franz und einigen seiner Verwandten die ihn in Baden besuchten.

00:09:09: Und machte ehrfürchtig Platz oder nicht?

00:09:12: Nicht!

00:09:14: Im Gegenteil erhielt den Kurs und dachte gar nicht daran ins taunasse Gras auszuweichen.

00:09:20: Das musst du dir einmal vorstellen! Der Kaiser steht mit nassen Schuhen im Gras, weil Beethoven beschloss: „Ich habe Vorrang!“

00:09:27: Ja, Kaiser Franz soll anschließend bemerkt haben.

00:09:30: An solcher Leute muss man sich erst gewöhnen!

00:09:33: Aber trotz all seiner Schrullen entstanden in Baden einige seiner bedeutendsten Werke. Unter anderem Teile der 9. Sinfonie.

00:09:41: Also kann man mit Fug und Recht behaupten, ein kleines Stück Europa wurde in Baden komponiert.

00:09:46: Und zwar von einem Mann, der seine Fensterläden vollschrieb, seinem Hut kilometerweit nachlief und den Kaiser ins nasse Gras schickte.

00:09:53: das nennt man dann wohl Genie mit Nebenwirkungen.

00:09:56: In etwa zur selben Zeit wie Beethoven ließ sich auch einer der bedeutendsten Dichter der deutschen Romantik im Baden blicken, Josef von Eichendorff.

00:10:05: Bei ihm waren die Zimmervermieter wohl ein bisschen schlampig weshalb wir über seine Aufenthalte in der Kurstadt wenig wissen.

00:10:11: Fest steht er liebte die Natur.

00:10:13: deshalb vermuten Literaturforscher dass ihn auch die Landschaft rund um Baden inspirierte.

00:10:18: Dass Helenenthal die Weinberge und bewaldeten Hügel tauchen zwar nicht namentlich in seinen Werken auf, könnten aber durchaus ihre Spuren in seinen romantischen Naturbeschreibungen hinterlassen haben.

00:10:29: Das passt jedenfalls zu ihm – kaum ein anderer Dichter verstand es so gut, Wälder, Bäche und das Wandern in Worte zu fassen und seinen Lesern näherzubringen auch ohne Reels in den sozialen Netzwerken!

00:10:41: Und im Jahr 1819 wurde Baden ein weiteres Mal zum kulturellen Mittelpunkt der Monarchie als Grillparzer das erste mal in Baden erschienen.

00:10:49: Er wohnte in der Rollettgasse 5, dort soll er den Entschluss gefasst haben seine Trilogie Das Goldene Fließ zu schreiben ausgelöst durch ein mythologisches Lexikon das zufällig in seinem Zimmer

00:11:01: lag.

00:11:02: Manchmal braucht es eben nur ein gutes Buch und eine ordentliche Kur um Literaturgeschichte zu schreiben.

00:11:08: Die besten Ideen für das Stück hatte Grillparzer allerdings nicht am Schreibtisch, sondern auf seiner Lieblingsbank im Kurpark links vom Musikpavillion.

00:11:16: Dort saß er unter den Kastanienbäumen und ließ seinen Gedanken freien Lauf.

00:11:21: Das war quasi sein Outdoor Büro!

00:11:23: Heute würden Dichter dort mit Laptop sitzen und verzweifelt nach dem WLAN-Passwort suchen.

00:11:28: Grillparzer brauchte nur Vogelgezwitscher – wobei das manchmal ziemlich einschläfernd gewesen sein muss.

00:11:33: er soll auf seinem Bankerl nämlich regelmäßig eingedöst sein

00:11:37: Work-Life-Balance nach Grillparzer:

00:11:39: Erst ein Meisterwerk schreiben, dann einen Nickerchen im Kurpark machen.

00:11:43: Jetzt stell dir mal vor du gehst durch den Kurpark und kannst dich genau dorthin stellen wo einst dein berühmter Dramatiker seinen Gedanken freien Lauf ließ

00:11:52: oder wo er stundenlang an einem Glasal mineralwasser nippte.

00:11:55: seine Spaziergänge endeten nämlich auch oft in der Trinkhalle im Kurpark dort wo sich heute das Casino-Restaurant befindet.

00:12:02: Er las in einem Buch, dass er jeder Zeitung vorzog, machte Notizen und plauderte mit der Verkäuferin Antonie Seidl.

00:12:10: Die musste allerdings etwas Geduld haben – Grillparzer war schon schwerhörig und las ihr die Antworten von den Lippen ab!

00:12:17: Er vertraute ihr sogar an, daß er die lauten Parkfeste überhaupt nicht ausstehen konnte.

00:12:22: Frau Seidl empfahl ihm daraufhin den ruhigeren Doblhoffpark.

00:12:26: Personalisierte Kurberatung gab es also schon damals.

00:12:30: Einmal kamen die beiden auch aufs Heiraten zu sprechen.

00:12:33: Grillparzers Antwort war ebenso trocken wie traurig, früher waren Hindernisse vorhanden und jetzt bin ich schon zu alt!

00:12:40: Das klingt nach einem Mann der viele große Trauerspiele geschrieben hat und der sein Leben manchmal als selbiges betrachtete.

00:12:47: Baden war also nicht nur ein Treffpunkt großer Talente sondern nach großer Dramaqueens.

00:12:53: Eine von diesen war Ferdinand Raimund, der auch zu den eher schwermütigen Künstlern zählte.

00:12:59: Als er im Jahr 1819 sein Gastspiel in Baden ankündigte war Kaiser Franz wenig begeistert und rollte mit den Augen.

00:13:06: Er dachte vermutlich schon wieder so ein exaltierter Künstler – und hatte recht!

00:13:11: Von seiner Performance im

00:13:12: Bühnenstück

00:13:13: "Gespenst"

00:13:14: am Badener Theater war er allerdings begeistert und schaute sich Raimund später sogar mehrmals im Leopoldstädter Theater in Wien an.

00:13:22: Der Schauspieler selbst meinte später mit seinem typisch feinen Humor.

00:13:26: vielleicht habe ihm beim Badener Publikum die gute Verdauung und somit gutgelaunte Miene des Kaisers zum Erfolg verholfen. Denn viele Zuschauer hätten weniger auf die Bühne als auf die Miene des Monarchen geachtet.

00:13:38: Apropos Erfolg – Raimunds Verlobte Toni verlor bei einem Spaziergang durch die Badener Weinberge eine Medaille mit seinen Porträt ein Geschenk des Dichters.

00:13:47: Und beide suchten stundenlang danach, erfolgreich los!

00:13:50: Aber wiedergefunden wurde das gute Stück.

00:13:53: Im Jahr 1890 von einem Winzer auf dem Hügel hinter dem heutigen Stadtpfarrfriedhof, das nennt man dann wohl einen guten Jahrgang mit kulturellem Abgang.

00:14:02: In Baden war die Welt halt doch klein.

00:14:05: Da fanden sich Dinge wieder und Menschen zusammen Wie beispielsweise auch der Wiener Schriftsteller und Verleger Franz Gräffer Der ab 1821 zu Sommerfrische in Baden weilte.

00:14:15: Der schien jeden zu kennen, der Rang Namen oder zumindest eine außergewöhnliche Geschichte hatte.

00:14:20: So jemanden hätte man heute wohl den König des Netzwerkens genannt.

00:14:24: Gräffer war unter anderem mit Francesco Casanova befreundet, dem Bruder des berühmten Frauenhelden Giacomo Casanova und besuchte ihn von Baden aus regelmäßig in dessen Landhaus in Mödling

00:14:36: Das allein wäre schon eine ziemlich außergewöhnliche Bekanntschaft!

00:14:39: Aber jetzt wird es noch kurioser – zu seinem Freundeskreis soll auch der geheimnisvolle Graf von Saint Germain gehört haben.

00:14:46: Der Mann von dem behauptet wurde er sei Alchemist, Okultist, Hochstabler und überhaupt unsterblich?

00:14:53: Genau der.

00:14:54: Er selbst bezeichnete sich als Wiedergänger also jemand der durch die Jahrhunderte wandert und immer wieder auftaucht.

00:15:01: Neben dem wirkt selbst Forest Gump plötzlich ziemlich ortsgebunden!

00:15:04: Der Legende nach soll schon mal sogar einmal im Baden gewesen sein bevor er sich auf den Weg zum Himalaya machte.

00:15:11: Baden hatte also nicht nur Kaiser, Komponisten und Dramatiker zu Gast, sondern offenbar auch Menschen die den Tod eher als unverbindliche Empfehlung betrachten.

00:15:21: Aber wer glaubt

00:15:22: Die Kurstadt hätte nur Komponisten, Dichter und okkult angehauchte Schriftsteller angelockt – irrt gewaltig!

00:15:28: 1831 erschien hier auch der damals größte Tanzstar Europas: Fanny Elßler. Für

00:15:35: ihre Sommerwohnung, die sich auf dem Areal des heutigen AMS befand, sorgte niemand geringerer als Friedrich von Gentz, Metternichs engster Berater.

00:15:44: Beziehungen waren eben schon damals Gold wert!

00:15:47: Und abends begeisterte Fanny das Publikum in der Redoute – dem damaligen gesellschaftlichen Zentrum der Stadt wo sich heute der Stadttheater befindet.

00:15:55: Sie gab dort ihren berühmten Cachucha zum Besten einen feurigen spanischen Tanz, der damals ganz Europa in seinem Band zog.

00:16:03: Bestimmt hat sie die Badener damit von den Stühlen gerissen und tosenden Applaus geerntet.

00:16:08: Heute jedenfalls wird es so einer auf der Millionenfach auf TikTok geglickt werden!

00:16:12: Baden bekam also internationalen Glanz, ganz ohne roten Teppich nur mit Kastagnetten.

00:16:19: Eine andere Dame dürfte auf Badens Bühne natürlich ebenfalls nicht fehlen – Therese Krones, der gefeierte Theaterstars des Biedermeier.

00:16:27: Entdeckt wurde sie übrigens von keinem geringeren als Ferdinand Raimund. 

00:16:31: Den hatten wir ja heute schon!

00:16:33: Genau, er holte die junge Schauspielerin ans Leopoldstädter Theater nach Wien und verliebte sich prompt in sie.

00:16:39: Also berufliches und private zu trennen war damals offenbar genauso schwierig wie heute.

00:16:44: Ja

00:16:44: später geriet Therese Krones allerdings durch ihren neuen Liebhaber in einen aufsehen erregenden Kriminalfall und verließ Wien überstürzt.

00:16:53: Und wohin ging man damals, wenn man untertauchen musste, anonym bleiben wollte und trotzdem keine Lust hatte auf alle Annehmlichkeiten zu verzichten?

00:17:01: Nach Baden natürlich.

00:17:02: Sie zog in die Rengasse 14 wo sie vermutlich sogar wieder Besuch von Ferdinand Raimund bekam.

00:17:08: Aber auch viele Jahre später kehrte sie regelmäßig für Gastspiele und Kuren gerne in die Stadt zurück.

00:17:14: Baden war in dem Fall Therese Krones der ideale Platz, um sich nach einem handfesten Skandal erst einmal aus der Schußlinie zu bringen.

00:17:21: Doch man konnte hier weit mehr als Körper Geist und Seele zu heilen!

00:17:25: Man fand die Muße, um sie von der Muse küssen und aus Ideen Kunst werden zu lassen – nur so kann erklärt werden, warum so viele kreative Köpfe ihre Sommerfrische im Baden verbrachten.

00:17:37: Dabei haben wir heute nur an der Oberfläche gekratzt und über die Künstler aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts gesprochen, die sich zur selben Zeit im Baden aufhielten wie Kaiser Franz.

00:17:48: Aber auch als Dämonach nicht mehr in der Kurstadt weilte ließ er sich zahlreiche Kreative während ihrer Sommerfrische her inspirieren – dazu wird es bald einen zweiten Teil geben!

00:17:59: Und wer nicht so lange warten möchte, soll sich halt ein Buch besorgen.

00:18:03: Baden bei Wien – Geschichten hinter der Geschichte oder 101Insider-Tipps für Baden?

00:18:09: Im neunzehnten Jahrhundert wurden die Literaten, Dramatiker und Musiker von der Badener Gemeinde hofiert und von den Bewohnern gefeiert selbst wenn der Kaiser wegen häufig zu Tage tretender Starallüren nicht von allen Künstlern gleichermaßen begeistert war,

00:18:24: Heute fragt sich mancher Künstler ob Baden überhaupt weiß dass es ihn gibt.

00:18:29: Und genau an dieser Stelle kommen wir zur aktuellen Situation Kunstschaffender in Baden, die nicht nur am Algorithmus in den sozialen Medien verzweifeln sondern manchmal auch am Kampf um Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit.

00:18:42: Und heute begrüßen wir zum ersten Mal bei unserem Podcast Badener Zeitspur einen Live-Gast.

00:18:48: Es handelt sich dabei um eine Schriftstellerin aus Baden, die uns erzählen wird ob und wie sie in Baden ausreichend unterstützt wird was heute besser ist als früher und was in der heutigen Zeit zu wünschen übrig lässt.

00:18:59: Herzlich willkommen Anja Rauter!

00:19:02: Hallo und danke für die Einladung

00:19:04: sehr gerne.

00:19:05: also du hast ja schon gehört was ich gern von dir wissen möchte Nämlich was du denkst, dass heute besser ist als früher.

00:19:13: Also was glaubst du haben die Künstler damals nicht gekriegt?

00:19:16: Was wir Künstlern heute in Baden sehr wohl bekommen können?

00:19:22: Nun es gibt viele Plätze in denen man lesen kann in Baden, ja im Theater am Steg in diversen Kaffeehäusern, in der Stadtbücherei.

00:19:34: Aber ja die Möglichkeiten gibt es.

00:19:37: aber im Vergleich zu den letzten Jahren – ich habe jetzt eine Lesung mit meinem aktuellen Triest-Krimi im Theater am Steg gehabt im Juni und letztes Jahr war die Lesung noch gratis für mich als Künstler.

00:19:54: Mir wurde angeboten zwar im Caféhaus vom Theater am Steg zu lesen mich nicht in Frage gekommen, weil recht viele Leute immer zu meiner Lesung kommen und weil ich dann befürchtet habe.

00:20:05: Ich muss jemand wegschicken!

00:20:06: Ich bin auch jemand der gerne die Lesungen inszeniert mit Musik arbeitet und mit Licht – und auch das wäre Café-Haus vorher nicht möglich gewesen.

00:20:18: Und ich wollte es aber meinen Fans in gewohnter Weise bieten und hab deswegen das Theater am Steg für meine Lesung in Baden privat

00:20:26: angemietet.

00:20:28: Na ja, jetzt muss man ja zahlen dafür

00:20:29: Im Gegensatz zu früher!

00:20:31: Ja leider,

00:20:31: ja... Was hast du gezahlt wenn ich dich fragen

00:20:33: darf?

00:20:34: Ich hab gezahlt dreihundfünfzig Euro.

00:20:37: Da war der Techniker dabei das Licht und ich habe das erste Mal auch Eintritt verlangt.

00:20:43: Ich weiß wir sind immer unterschiedlicher Meinung.

00:20:46: Du bist immer der Meinung dass man das mal ein Eintritt verlangen soll generell.

00:20:50: Nein,

00:20:51: na warte da stimmt so nicht.

00:20:53: Im Gegenteil ich würde am liebsten nie eintritt verlangen aber ich bin dafür das Künstler

00:20:57: bezahlt werden, das ist immer mein Thema.

00:20:59: Das stimmt ja gut aber ich versuche noch Reichweite aufzubauen und nochmal Leser zu erreichen und so lese ich prinzipiell auch gratis.

00:21:07: aber diesmal im Theater am Steg habe ich Eintritt verlangt ist sich trotzdem nicht ganz ausgegangen.

00:21:12: ich musste trotz allem draufzahlen.

00:21:16: jetzt hab ich eine Lesung am zwanzigsten August in der Stadtbücherei da habe ich keine Kosten.

00:21:22: Da wäre ich von der Stadtbücherei mit gratis Apparolspritz für alle unterstützt.

00:21:29: und es ist wieder eine schöne Gartenlesung, wenn das Wetter schlecht ist dann darf ich im Standesamt, im Trauungssaal lesen.

00:21:37: also auf das freue ich mich sehr.

00:21:39: aber generell würde ich mir mehr Plätze wünschen wo Kunstschaffende, also wo Autoren Autorinnen lesen können.

00:21:49: ich seh dass den Musikern mehr

00:21:52: Möglichkeiten eingeräumt werden, aber für Autoren und Autorinnen.

00:21:57: Und da gibt es auch einige außer mir noch im Baden nicht nur Du Gabriele, aber gibt's eine Menge Kunstschaffende und für die gibt's eigentlich finde ich zu wenig Möglichkeiten.

00:22:10: Ich find schade wenn man sich selber irgendwo einmieten muss.

00:22:12: Ja

00:22:13: ja das ist tatsächlich so.

00:22:15: Das betrifft ja mich auch.

00:22:17: Ich suche auch nach Möglichkeiten einfach irgendwelche Leute zu motivieren, dass ich dort lesen kann.

00:22:23: Zum Beispiel bin ich gerne beim Toni Märzweiler weil er super Räumlichkeiten hat und er verlangt nix.

00:22:30: gut die leute konsumieren  dann natürlich auch bei ihm unter sich soll.

00:22:34: ja das ist eben auch vergönnt ne?

00:22:36: Ich motiviere den Leuten sogar sauft ein bisschen mehr.

00:22:42: Aber ist es nicht traurig, dass sich die Künstler darum

00:22:44: kümmern müssen

00:22:45: wenn sie Gratisräumlichkeiten haben wollen damit sie eben keinen Eintritt verlangen und auch den Leuten das gratis bieten können?

00:22:52: Und vielleicht sogar einen kleinen Gehalt dafür kriegen.

00:22:55: Wie du ja richtig gesagt hast, ich bin dafür Künstler sollen für ihre Dienstleistung genauso bezahlt werden wie jeder Handwerker oder jeder sonstige Dienstleister.

00:23:04: Und ich finde es einfach traurig und schade dass da die Gemeinde keine Möglichkeiten findet.

00:23:09: Künstlern das ist jetzt wurscht ob das Musiker Literaten oder bildende künstler sind noch ein bisschen besser zu unterstützen.

00:23:16: Es wäre schön, wenn es einen Raum gäbe.

00:23:19: Einen mittelgroßen Raum wo vielleicht fünfzig Leute Platz haben und an dem man von der Gemeinde gratis bekommt und wo man relativ einfach ohne großen administrativen Aufwand sagen kann, man geht rein und man kann lesen.

00:23:37: ja aber das ist nicht mit einer Lesung getan.

00:23:40: Ich stelle mein Buch gerne öfter vor in Baden, aber ich möchte meine Zeit aufs Buchschreiben verwenden und nicht damit mir mehr Räume zu suchen wo ich lesen kann.

00:23:52: Und dann muss man als Künstler Geld ausgeben dafür dass man eh schon selber wenig kriegt und einfach seinen Publikum das präsentieren will wofür man eh lange gearbeitet hat und die Früchte eigentlich ernten möchte.

00:24:05: und da muss man dafür auch noch zahlen.

00:24:06: also ich finde das wirklich nicht okay.

00:24:09: Und gehen wir mal davon weg, hast du sonst noch irgendeinen Wunsch an die Gemeinde oder an die Stadt Baden wie Künstler

00:24:16: oder sagen bleiben wir jetzt einmal bei der Literatur.

00:24:18: Wie Literaten besser unterstützt werden könnten!

00:24:22: Werbung vielleicht?

00:24:26: Die Stadtgemeinde sagt immer, sie promotet die Lesungen auf der Webseite.

00:24:33: Aber ich habe jetzt selber auch Plakate gedruckt für die Lesung in der Stadtbücherei.

00:24:37: Ich habe bei der Stadtgemeinde vorbeigebracht und sie gebeten, sie aufzuhängen.

00:24:41: Das war früher bei den Lesungen schon auch dabei.

00:24:45: Man hat gesagt okay Sie haben sogar eine kleine Hauswurfsendung einmal gemacht also ein kleines Flugblatt verteilt.

00:24:51: Das ist schon lang her, das verlange ich gar nicht.

00:24:54: Aber dass zumindest auch Plakate gibt oder mehr Möglichkeiten gibt zu plakatieren.

00:25:00: Ich war auch so bereit, dass sich gesagt habe, ich produziere meine Plakaten eh selbst beziehungsweise bekomme ich die vom Verlag.

00:25:05: aber ich hätte auch gar nicht Möglichkeiten gehabt, dass ich sage es ist jetzt eine Litfasssäule die ich auch nutzen kann.

00:25:11: Genau, das kann man ja nicht.

00:25:13: Das kann man nicht.

00:25:14: und wenn die Stadtgemeinde zumindest eine Möglichkeit dafür gäbe was sie sagen dann Sie hängen auf der Stadtgemeinde rein also beim Bürgerbüro oder Sie hängen es beim Theater am Steg hängts.

00:25:25: natürlich hängt jetzt auch die Stadtbücherei auf aber... wenn es da ein, zwei oder drei Litfassäulen die jetzt nicht die Welt kosten können gibt.

00:25:33: Um damit man wenigstens dort seine Lesungen promoten kann als Künstler und einen Raum gibt wo man lesen kann.

00:25:42: Das muss kein historischer Schischierraum sein einfach einen Raum wo fünfzig Leute rein passen mit Sesseln... Oder

00:25:47: gerne

00:25:47: mehr!

00:25:47: ...oder gerne mehr dann wäre uns allen ziemlich geholfen glaube ich.

00:25:53: Ja genau das ist das Thema vorüber wir heute ja gesprochen haben.

00:25:56: auch Ich glaube nämlich schon dass die Künstler es früher leichter hatten tatsächlich.

00:26:02: Vielleicht nicht mit Raum, weil ich weiß auch nicht, sie sind vielleicht beim Heurigen oder zum Beispiel der Johann Strauss, der im Schwarzen Adler musiziert, im Gastgarten hat dafür allerdings auch Geld gekriegt aber... Die Künstler hatten es auch deswegen, vor allem leichter weil sie mehr und ich benutze jetzt dieses Wort hofiert wurden.

00:26:24: Was ja heute gar nicht mehr ist.

00:26:26: wenn die Stadtgemeinde weiß dass es uns gibt freut sich auch sicher darüber das sie viele Künstlern beheimaten in der Stadt.

00:26:33: aber sie tun relativ wenig für die Künstler finde ich ist halt jetzt meine Meinung und Ich finde auch Dass Es sehr selbstverständlich ist dass es uns gibt.

00:26:43: und man wird da eigentlich Nicht nicht so weiß ich nicht hofiert, wollen wir nicht werden.

00:26:48: Nein nein

00:26:49: ich will gar nicht hofiert werden

00:26:51: Aber so ein bisschen dass man merkt die sind auch stolz ein bisschen auf einen?

00:26:55: Ja sie müssen noch nicht stolz sein aber es wäre ja vielleicht aus Marketing Seite gut zu sagen hey schauts mal das ist eine schöne Biedermeier-Stadt und ein Spatown.

00:27:10: Wir leben

00:27:11: in einer Stadt der Musik und wir sind generell eine Stadt der Kunst so viel namhafte Autorinnen und Autoren, die da leben.

00:27:20: Und ja auch das kann man vielleicht ein bisschen stärker in den Fokus rücken um zu sagen wir sind weitere Sehns- und Lesenswürdigkeiten

00:27:32: der Stadt.

00:27:33: Ja genau

00:27:34: ich sehe das ganz genauso.

00:27:36: leider müssen wir jetzt zum Ende kommen.

00:27:38: liebe Anja vielen Dank dass du da warst

00:27:41: Danke für die Einladung.

00:27:42: Hat mich

00:27:42: sehr gefreut und wir hören uns wieder!

00:27:48: Bevor wir nun zum Ende kommen, gibt es heute ebenfalls zum ersten Mal eine Geschichtsschnipsel aus Wien.

00:27:54: Passend zum Thema...

00:28:04: Josef Haydn und sein verlorener Kopf.

00:28:06: Der berühmte Komponist Josef Haydn arbeitete neben seiner Tätigkeit als freier Musiker, über dreißig Jahre lang als Haus- und Hofmusiker der Familie Esterházy in Eisenstadt, Wien und Ungarn.

00:28:19: Er verstarb 1809 und wurde am Hundsturmer Friedhof in Wien, heute Haydnpark, bestattet

00:28:26: Doch nur wenige Tage nach seinem Tod hat man ihm den Kopf gestohlen.

00:28:31: Festgestellt hat die Leichenschändung Fürst Nikolaus II.

00:28:34: Esterházy der den Leichnam des Künstlers, 1820 exhumieren ließ um ihn nach Eisenstadt zu überführen.

00:28:43: Es stellte sich erst viel später heraus dass es sich bei dem Grabräuber um den ehemaligen Sekretär des Fürsten Esterházy Joseph Karl Rosenbaum handelte.

00:28:54: Der fanatische Anhänger des Anatoms Franz Josef Gall und dessen Schädellehre hatte den Totengräber geschmiert um an die heiß begehrte Trophäe zu gelangen Nach unzähligen Weitergaben, Versteckspielen und Schnitzeljagden konnte der Schädel erst 1954 in Eisenstadt mit Haydns Gebeinen vereint

00:29:15: werden.

00:29:20: Damit verabschieden wir uns für heute aus der Kunst- und Kulturstadt Baden – und wenn euch diese Folge gefallen hat, macht gerne ein bisschen Werbung für uns!

00:29:29: Mehr Infos und Videos rund um den Podcast findet ihr auch auf Instagram und Facebook.

00:29:34: Die Links dazu findet ihr in den Shownotes.

00:29:39: Baden ist mehr als Kurpark und Caféhaus.

00:29:41: Und wir lieben diese Stadt, gerade deshalb reden wir darüber...

00:29:45: ...und hören nicht auf bis jemand zuhört!

00:29:47: Das war unsere heutige Folge Eine Erinnerung aus der Vergangenheit verbunden mit dem Heute in Baden bei Wien.

00:29:54: Danke fürs Zuhören und fürs Mitgehen auf diese kleine Zeitreise.

00:29:58: Wenn euch die Folge gefallen hat teilt sie, empfehlt unseren Podcast gerne weiter und hört auch beim nächsten Mal wieder rein wenn da unserer nächsten Geschichte Vergangenheid auf Gegenwart trifft.

00:30:08: Wir sind Silvia Eitler

00:30:10: und Gabriele Hassmann.

00:30:11: Und wir freuen uns, wenn ihr Baden auch künftig neu mit uns entdeckt!

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