#5 Einkaufen in Baden damals und heute

Shownotes

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Badener Zeitspur – Geschichten, Menschen und Spuren aus Baden

Willkommen bei der Badener Zeitspur – dem Podcast über besondere Geschichten, historische Spuren und spannende Persönlichkeiten aus Baden bei Wien.

In dieser Folge sprechen wir mit Gabriele Hasmann, Autorin und Kennerin außergewöhnlicher Geschichten, sowie mit Silvia Eitler, Videografin und kreativer Begleiterin visueller Projekte.

Gemeinsam entdecken wir Hintergründe, Erinnerungen und Geschichten, die Baden lebendig machen – von historischen Ereignissen über interessante Persönlichkeiten bis hin zu den kleinen Details, die unsere Stadt einzigartig machen.

Mehr über die Badener Zeitspur

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Gabriele Hasmann – Autorin

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Silvia Eitler – Videografin

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Musik

Musik: Artlist Shtriker Big Band – „Lemonade“ https://artlist.io/royalty-free-music/artist/shtriker-big-band/663

Keywords

Badener Zeitspur, Baden bei Wien, Baden Geschichte, Geschichte aus Baden, Niederösterreich, historische Geschichten, Stadtgeschichte, Persönlichkeiten aus Baden, Kultur, Regionale Geschichten, Podcast Baden, Gabriele Hasmann, Silvia Eitler

Transkript anzeigen

00:00:04: Schön, dass ihr erneut unserer Zeitspur folgt.

00:00:07: Heute sprechen wir über etwas das in Baden immer schwieriger wird.

00:00:12: Parken?

00:00:12: Nein!

00:00:13: Einkaufen.

00:00:14: Lieb gewonnene Traditionsgeschäfte und charmante Herzensprojekte verschwinden zunehmend und nehmen ein Stück Stadtgeschichte mit – und an ihrer Stelle wachsen Barbershops, Optiker- und Trendshops wie Schwammer aus dem Waldboden.

00:00:29: Früher war es aber auch schön.

00:00:30: Stell dir vor, wir schreiben das Jahr 1985.

00:00:34: Ich bin jung, schön und voller Zukunftspläne.

00:00:37: Also praktisch wie heute

00:00:40: Aber nur fast Dankeschön.

00:00:43: Es ist Samstagvormittag, die Innenstadt lebt.

00:00:45: Die Menschen flanieren durch die Fußgängerzone.

00:00:48: Man trifft Bekannte und bleibt stehen.

00:00:50: Man plaudert, zwischen alten Fassaden, kleinen Läden und vertrauten Gesichtern fühlt sich einkaufen fast wie ein Treffen mit Freunden an.

00:00:58: Ich persönlich erlebe das heute auch noch so und deshalb verstehe ich nicht warum immer mehr Menschen online einkauen

00:01:05: Und freiwillige Sätze verpassen?

00:01:07: Wie in Xl müsste ich die Hose erst bestellen.

00:01:10: Sondergrößen führen wir nicht.

00:01:12: Das Buch ist gerade vergriffen oder da könnte mein Kollege Auskunft geben, aber der hat heute frei.

00:01:19: Oder auf das Vergnügen verzichten in kalt ausgeleuchteten Umkleidekabinen jede Delle an seinem Körper zu bewundern?

00:01:27: Ein weltweit viel diskutiertes Phänomen übrigens diese erbarmungslose Beleuchtung in Modegeschäften.

00:01:32: Aber ich sag dir was, genau solche Begebenheiten machen den analogen Einkauf ja echt lebendig und menschlich!

00:01:39: Das sowieso!

00:01:40: Allerdings machen gewisse Umstände dem Badener und vor allem den Besuchern aus den umliegenden Gemeinden das Shoppen in der Kurstadt schon schwer.

00:01:48: Vor allem in Stoßzeiten fährt man zuerst einmal einige Zeit im Kreis, um einen Parkplatz zu finden – und hat man dann endlich einen ergattert beginnt der Wettlauf gegen die Parkuhr.

00:01:58: Und wenn man dann ein bisschen trödelt bei der Entscheidung zwischen Guglhupf von Topfengolatsche, sich im Gespräch mit dem Apotheker in einer Diagnostik-Diskussion verliert oder im Supermarkt zwischen Melonen und Gurken verplaudert, entwickelt man nach einem Blick auf die Uhr unter Umständen plötzlich ungeahnte Sprintqualitäten.

00:02:16: Mehrere stundenlang gemütlich Bummel- und Schaufenster anschauen, spontan noch auf ein Café gehen.

00:02:22: Das ist nur etwas für Menschen mit Nerven aus Stahl oder einer App die ständig den Parkschein verlängert – was eigentlich verboten ist!

00:02:30: Und trotzdem sollte man doch den regionalen Handel unterstützen im Ort kaufen, nachhaltig leben das Auto möglichst stehen lassen und die Einkäufe dann idealerweise mit einem Lastenrad einen Packesel oder einer Schaar abgerichteter Eichhörnchen nach Hause transportieren.

00:02:46: Wie war das eigentlich für früher Gabi?

00:02:48: Unkomplizierter.

00:02:50: Baden war kleiner, man hat die Wege zu Fuß erledigt oder mit dem Fahrrad dass man dann einfach eine Laterne angebunden hat und die Einkaufstasche nach Hause getragen hat.

00:02:59: dann ein Verehrer oder der Lehrlingsbua vom Greißler. Online Shopping gab es aber auch schon.

00:03:05: Man schickte den Nachwuchs oder die Haushaltshilfe je nach Einkommenssituation Mit einem Einkaufszettel los und hoffte, dass das Kind tatsächlich mit Zucker statt mit Zuckerl zurückkam.

00:03:17: Und wenn damals der Lebensmittelhändler etwas nicht lagernd hatte, gab es halt statt Kohlsuppe Rübeneintopf!

00:03:22: Da war man halt noch flexibel – heute wird schon gemeckert, wenn im Supermarkt die frischen Artischocken ausgehen und man gerade die unbedingt für die Antipastiplatte braucht, die man Freunden zum Abendessen servieren möchte.

00:03:34: So viel zum Thema nachhaltig leben….

00:03:36: Die Erwähnung von Gemüse führt mich gleich zum Grünen Markt, wo man heute nicht mehr Äpfel, Paradeiser und Gurken kauft sondern Bier und Aperol Spritz trinkt.

00:03:45: Und wo statt fröhlichem Markttratsch, Musik- und Partilärm erklingt.

00:03:49: Eh schön dass Baden ein paar Lokale mehr hat aber im Sinne des Erfinders ist es nicht unbedingt!

00:03:55: Bereits im Jahr 1811 siedelten sich diverse Verkaufsbuden auf dem Areal an, das schon bald zum Herzstück des Badener Einkaufslebens wurde.

00:04:03: Hier hat man gefeilscht, getratscht und vermutlich auch schon darüber geschimpft, dass früher alles besser die Erdäpfel größer waren statt Sonderangeboten lockten

00:04:12: knackiges Gemüse, saftiges Obst und die brisantesten Neuigkeiten aus der Stadt – die gab es gratis dazu!

00:04:20: Übrigens, direkt am grünen Markt hat sich auch Folgendes zugetragen.

00:04:24: Worüber man zwischen Erdäpfeln und Paradeisern natürlich ebenfalls Monate lang sprach.

00:04:29: Vor ihrer Hochzeit lebte die Friedensforscherin Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Bertha von Suttner in einem Haus im Erzherzog Rainer Ring 9 und erhielt dort eines Tages Besuch von Alfred Nobel für den sie bis zu ihrer Hochzeits 1876 als Privatsekretärin arbeitete.

00:04:47: Im selben Jahr verliebte sich der schwedische Chemiker und Erfinder, der den Nobelpreis stiftete beim Blumenkauf am grünen Markt in die wesentlich jüngere Sophie Hess.

00:04:57: Die daraus entstandene fünfzehnjährige Beziehung mit der jüdischen Wienerin trieb den Erfinder in eine Depression und löste bei ihm antisemitische Ausbrüche aus.

00:05:07: Natürlich war dieser Liebesgeschichte, die am grünem Markt begann für lange Zeit Gesprächsthemen Nummer eins im Baden.

00:05:14: So war das damals.

00:05:15: Wer auf den grünen Markt ging, kam selten nur mit einem Einkaufskorb voller frischer Ware nach Hause sondern meistens auch mit dem aktuellsten Tratsch und Klatsch wobei ich sagen kann dass es mir manchmal auch so ergeht.

00:05:27: darum liebe ich es so durch die Innenstadt zu bummeln.

00:05:31: Aber wollte man wissen wer sich verlobt hat oder wer wen heiratete?

00:05:35: Dann ging man zum Goldschmidt der Gerüchtebörse Nummer eins in der Stadt was Liebesdinge betraf.

00:05:42: Und genau das ist der Knackpunkt.

00:05:43: Einkaufen war einmal so viel mehr als bloße Besorgung, es war Begegnung, Neugier, Alltag und ein Stück Lebensgefühl.

00:05:51: Hinter jedem Geschäft standen ein interessantes Gebäude und ein Mensch mit einem Traum, deren Geschichte man kannte und wertschätzte.

00:05:59: Lass uns doch heute genau dahin zurückkehren und aus Einkaufen im Baden wieder persönlich naher und lebendig machen, Silvia!

00:06:06: Und wir fangen dort an, wo schon vor vielen hundert Jahren der Geruch nach saftigen Mehlspeisen und frischem Brot in der Luft lag.

00:06:14: Ich stelle mir gerade einen starken Espresso dazu vor dessen Duft mir gerade in die Nase steigt.

00:06:20: Weil einer vor dir steht.

00:06:22: Ah ja!

00:06:22: Der ist köstlich.

00:06:23: Danke dafür.

00:06:25: Nah sehr gerne.

00:06:26: Zurück zur ersten Bäckerei der Stadt – der Annamühle.

00:06:30: Die seit 1575 existiert.

00:06:33: In der nostalgischen Backstube im Ursprungshaus in der Heiligenkreuzergasse drei bis fünf sind diverse Schauobjekte ausgestellt aus dieser Zeit.

00:06:42: Unter anderem eine Kipfel-Wickelmaschine, das süße Gebäck war ja sehr belebt – nicht nur in Baden!

00:06:49: Der Publicist und Schriftsteller Moritz Gottlieb Saphier, der Baden als Kleines Wien in Aquarell bezeichnet hatte, hielt sich ab 1824 gerne zur Sommerfrische im Baden auf und nannte seine satirischen Texte für die Zeitschrift Der Humorist über seine Aufenthalte in der Kurstadt Badener Kipfel.

00:07:08: Seiner Meinung nach war das Gebäck aus Baden nirgendwo sonst in solcher Qualität zu haben.

00:07:13: Durch die Mitglieder der Familie Rothschild verbreitete sich die Spezialität bis nach London und Paris, die Schönen und Reichen ließen für die Zubereitung extra Bäcker aus Baden anreisen.

00:07:23: In jener Zeit lauterte ein beliebter Werbeslogan, wer will vom Glück ein kleines Zipfel genieße Baden und seine Kipfel?

00:07:32: Bestimmt hat den auch die Annamülle verwendet!

00:07:35: Ganz sicher sogar... Zu dem Traditionsbetrieb existiert aber auch noch eine andere entzückende Geschichte.

00:07:42: Dort soll Ende des neunzehnten Jahrhunderts der Onkel eines Mädchens gearbeitet haben, das in einen „nicht standesgemäßen“ jungen Mann verliebt war.

00:07:52: Kennengelernt haben sich die beiden vermutlich – so wie Alfred Nobel und Sophie Hess am grünen Markt!

00:07:58: Damit sie sich trotz Verbot ihrer Eltern treffen konnten,  verbarg der Amorin Backschürze seine kleinen Liebesbotschaften in einem Kipferl.

00:08:07: Die gestränge Frau Mama kaufte täglich eines für die Tochter und erhielt vom Bäcker das Stück mit dem Zettel, auf dem von ihrem Verehrer Uhrzeit und Treffpunkt vermerkt worden waren.

00:08:17: Ob die beiden geheiratet haben weiß ich nicht – aber sie konnten dank des verständnisvollen Onkels jedenfalls ihre junge Liebe genießen!

00:08:25: Was könnte der Bursche den Mädchen denn damals zum Picknick im Grünen mitgebracht haben?

00:08:30: Zuckerl vielleicht?

00:08:31: Die konnte man sich damals auch mit schmalem Budget leisten….

00:08:34: Ja genau, die bekannte und beliebte Zuckerlecke am Hauptplatz 4 in der schon ich als Kind mein Taschengeld verpraßt habe hat es im neunzehnten Jahrhundert allerdings noch nicht gegeben.

00:08:45: Damals befand sich in dem Gebäude die Bank- und Wechselstube eines gewissen Moritz Leitner.

00:08:51: Der Geschäftsmann handelte auch mit den damals sehr beliebten Dombau-Losen, die laut Badener Bezirksblatt vom s7. Oktober 1886 „bei größtmöglicher Sicherheit die größten Gewinnchancen bieten“.

00:09:05: Ebenso empfahl und verkaufte er Pfandbriefe.

00:09:09: Das ist doch der Typ, der im Jahr

00:09:11: 1886

00:09:12: von einem gewissen Walter Worak angeklagt wurde weil er angeblich seine Kunden betrog.

00:09:16: Er warf dem Bank- und Wechselstubenbesitzer vor nur Nieten zu verteilen und sich die Gewinnlose selbst einzustecken behauptete außerdem dass der Geschäftsmann ihm beim Kauf der Anlagedokumente schlecht beraten und er dadurch seine gesamten Ersparnisse verloren hatte.

00:09:32: Eine Anzeige bei der Polizei verlief vergebnislos.

00:09:34: Der Geschäftsmann behielt seine weiße Weste um eben jene zumindest mit Blut zu besudeln, wie sich Walter Worak selbst ausdrückte.

00:09:42: Erschoss er sich eines Abends vor dem Laden im Beisein von Moritz Leitner.

00:09:47: Na servus eine wilde Geschichte!

00:09:50: Aber zurück zu unserem Kipferl-Liebespaar.

00:09:52: nennen wir die beiden doch Anna und Wilhelm.

00:09:55: Ob das Mädchen wohl häufiger an Magenverstimmungen litt?

00:09:58: Wegen der vielen Kipfel und Zuckerl.

00:10:02: Dann hat sie einfach einen Absinth getrunken.

00:10:05: Der hat alles wieder eingerenkt.

00:10:07: Den gab es damals übrigens bei Zuckerbäcker Josef Genthon in seinem Geschäft am Hauptplatz 5 Er bewahrt ihn als wiederbelebendes Mittel

00:10:14: gegen

00:10:15: gesunkene Lebenskräfte und als Heilmittel bei Trägheit der Gedärme und Verhaltung der Winde.

00:10:22: Und wenn dieses Gebräu nicht half ging Anna einfach in eine Apotheke von denen es damals schon drei gab.

00:10:28: Genau!

00:10:28: Es gab bereits die Landschaftsapotheke Die sich in dem Gebäude befand indem wir heute Zeitungen kaufen In der Trafik Am Hauptplatz.

00:10:37: Noch früher war dort das Badener Rathaus, die Gemeinde hätte ja gerne den größeren Bau nebenan gehabt – doch dort wohnte der Bäcker Stefan Häkhl mit seinen Töchtern, die sich nicht zum Verkauf entschließen konnten!

00:10:50: Im Jahr 1549 war es aber endlich soweit.

00:10:54: Die Gemeindemitglieder konnten übersiedeln und veräußerten die Immobilie am Hauptplatz zwei.

00:10:59: Fast drei Jahrhunderte später zog Johann Nepomok Trost dort ein der zugleich die im Haus bestehende Landschaftsapotheke seine Gattin übernahm, die wiederum übersiedelte später in das Haus gegenüber wo sie noch heute zu finden

00:11:12: ist.

00:11:14: Und dann gibt es noch die Weilburg-Apotheke in der Weilburgstraße 2 – seit 1874 ununterbrochenem Familienbesitz!

00:11:21: Im Jahr 1910 erhielt der damalige Inhaber Mag. Emanuel Franz Ferdinand Rotter sogar den Titel Kammerlieferant seiner K&K Hoheit Erzherzog Ferdinand Karl.

00:11:33: Und zuletzt gehört auch noch die Heiligen Geist Apotheke am Hauptplatz 6 erwähnt, die sich in einem zweigeschossigen Bürgerhaus befindet das im Kern aus dem fünften oder sechzehnten Jahrhundert stammt.

00:11:44: Über der Einfahrt ist ein Relief mit der Darstellung Madonna zwischen den Heiligen Barbara und Katharina zu sehen.

00:11:51: Es handelt sich dabei um die Kopie des oberen Teils eines Epitaphs aus dem Wiener Stephansdom.

00:11:57: Im Jahr 1725 hieß das Haus „Zum goldenen Bären“, in dem von 1876 bis 1918 die Apotheke von Adolph Grimus von Grimburg

00:12:08: Ich finde übrigens der Name passt voll gut zum Goldenen Bären untergebracht war.

00:12:13: 1898/99 ließ der Pharmazeut das Gebäude im Stil der Spätgotik renovieren und in Teilen neu erbauen.

00:12:21: Im Durchgang, der zu einem wirklich malerischen Innenhof führt befindet sich das Fragment eines spätgotischen Wappengrabsteins.

00:12:29: Dahinter ist linkerhand ein Wandbrunnen mit der Maske eines Flussgottes an der Hauswand angebracht gestaltet von dem österreichischem Bildhauer Josef Valentin Kassin.

00:12:41: Innenhof und Brunnen sind auch in deinem Buch „101 Insidertipps für Baden“ erwähnt, stimmt’s?

00:12:45: Genau, und viele andere architektonische geschichtliche und kulturelle Schmankerl die selbst eingefleischte Badener nicht kennen.

00:12:53: Aber wieder zurück zu Anna & Wilhelm!

00:12:56: Wenn das Mädchen nur an einer kleinen Magenverstimmung litt – immer noch wegen der vielen Kipferl und Zuckerl ist sie vielleicht auch zum Prokopp gegangen?

00:13:04: Den gibt's seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts Als Hans Prokopp die erste Filiale in der Theresiengasse eröffnete.

00:13:11: Der Geschäftsmann war nicht nur ein kreativer Unternehmer, sondern auch ein leidenschaftlicher Netzwerker, der in zahlreichen Vereinen aktiv war.

00:13:18: Nach dem Ersten Weltkrieg stieg sein Sohn Fritz ins Geschäft ein.

00:13:21: Trotz knappen Mitteln bewies er damals Einfallsreichtum.

00:13:25: Bunte Standgläser täuschten volle Regale vor!

00:13:28: Sein Interesse an alternativen Gesundheitsmethoden legte den Grundstein für neue Ideen im Sortiment und ebnete den Weg für alternative Produkte, die das Geschäft – da sich mittlerweile in der Rathausgasse 7 befindet – bis heute prägen.

00:13:43: Im Baden war man auch anno dazumal eigentlich ganz gut versorgt, was die Heilung von Unwohlsein und kleineren gesundheitlichen Problemen betraf.

00:13:51: Also gehen wir jetzt davon aus dass Anna bald wieder quietschfidel war – schließlich hat sie Wichtigeres im Kopf als Kräuter und Tinkturen!

00:13:59: Was meinst du Silvia

00:14:00: hat unser Liebespaar bei seinen heimlichen Treffen gemacht – außer Küsse und Liebesbekundungen

00:14:05: ausgetauscht?!

00:14:07: Naja, sie durften sich in der Stadt ja nicht zusammensehen lassen.

00:14:10: Also scheiden Kino und Konzert oder Theaterbesuche schon einmal aus!

00:14:13: Vielleicht sind Sie weiter oben im Kurpark auf einer Bank gesessen und haben gemeinsam in einem Buch gelesen?

00:14:19: Die Buchhandlung Zweymüller am Hauptplatz 3 gab es ja damals schon – auch wenn sie den Ende des neunzehnten Jahrhunderts noch nicht diesen Namen trug.

00:14:26: Damals wurde sie von einem Herrn Dittrich geführt und erst 1905 von Carl Zweymüller übernommen.

00:14:32: Der Buch-und Musikalienhändler, der in seinem Laden auch eine Leihbibliothek betrieb und sich als Verleger betätigte, war äußerst beliebt in der Stadt.

00:14:41: Ebenso wie seine Gattin die wohltätige Flora Zweymüller.

00:14:45: Ich sehe die beiden direkt vor mir Und wenn ich mir diese Szene ausmahle frage mich unweigerlich Wie waren Anna & Wilhelm damals eigentlich gekleidet?

00:14:54: Sie drug vermutlich ein knöchellanges Kleid mit engem Mieder hochgeschlossenem Kragen und langen Ärmeln dazu einen Hut und Handschuhe.

00:15:03: Wilhelm hatte vermutlich eine Stoffhose an Dazu ein Hemd, Weste, Hosenträger und Schiebermütze.

00:15:09: Ich würde so gerne eine kleine Zeitreise unternehmen und mir die Kleidergeschäfte anschauen, die damals in Baden existierten.

00:15:15: Für die Oberbekleidung gab es wohl so etwas wie heute den Czaker oder Hanai. – hinter den Schaufenstern stapelten sich feingefaltete Stoffballen auf Kleiderpuppen präsentierten sich die neuesten Schnitte aus Wien während Schneider- und Verkäufer mit Kreiden, Nadel und Maßband um den Kunden herumhandierten.

00:15:33: Wer den Laden betrat, kaufte nicht einfach Kleidung er ließ sich einkleiden!

00:15:38: Und wenn wir ganz ehrlich sind, erinnern genau diese Geschäfte auch heute an die Zeit von damals.

00:15:44: Bei Traditionsbekleidungsläden dürfen wir aber die Oppermänner am Hauptplatz 3 und 14 nicht vergessen – die Brüder Gerald und Martin, deren Eltern in 1957 ihr Klavier und Motorrad verkauften um das nötige Startkapital für ihren Traum eines eigenen Modegeschäfts aufzubringen!

00:16:01: Und das hat funktioniert, wie treue Stammkunden aus Baden und weit darüber hinaus beweisen.

00:16:07: Auch wenn Oppermann vor kurzem eines seiner dreifilialen schließen

00:16:10: musste.".

00:16:11: Aber du meintest ja auch, du stellst dir Anna mit Hut vor!

00:16:14: Der stammte vermutlich aus einem sogenannten Putzgeschäft wo die Damen Kopfbedeckungen, Schleier, Federn, künstliche Blumen und verschiedene andere Utensilien zum herausputzen – daher der Name -

00:16:26: Erwerben konnten….

00:16:27: Den Laden Camilla-Damenhüte in der Pfarrgasse8 gab es damals übrigens noch nicht.

00:16:33: Der entstand erst 1936, aber auch er verströmt heute noch das Flair von Anno Dazumal.

00:16:40: Interessant ist das Gebäude, in dem Anda Fischer ihren Hutladen Camilla hat?

00:16:44: Der riesige Melkerhof, der sich ab 1537 im Besitz des Stifts Melk – daher der Name – befand und in dem sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl an verschiedenen Geschäften befanden!

00:16:57: Viele Jahre davor, nämlich im Mittelalter stand auf dem Areal des heutigen Hofes zwischen Pfarrgasse und Grabengasse übrigens das Haus des Henkers.

00:17:06: Damals besaß Baden dank Friedrich III. ja das Stadtrecht und damit auch das Privileg der Blutsgerichtsbarkeit

00:17:13: Man durfte also blutige Verhörmethoden und Strafen wie Folter Verstümmelung oder Todesurteil nicht nur verhängen sondern vollstrecken.

00:17:22: Und dazu brauchte es einen Henker!

00:17:25: Nach der ersten Wiener Türkenbelagerung, 1529 wurde der Luxus einen eigenen Henker zu besitzen

00:17:32: Aus Gründen der Ersparnis wieder abgeschafft.

00:17:35: Also mir gruselt's bei der Vorstellung!

00:17:37: Ich plauder lieber ein bisschen über die Geschäfte, die es später im Melkerhof gab.

00:17:41: Im Jahr 1880 doch den Zeitungsanzeigen das erste Mal die Buch- und Musikalienhandlung von Ferdinand Schütze auf.

00:17:48: der etwa Prachtbände mit Bildern und Platten wie „Narren-Walzer für Klavier“ „Walzer einer Exaltirten“ oder „Dornröslein im Dorfe“ anbot.

00:18:00: Zuckerbäcker Josef Schmidtler lockte seine Kunden mit Kletzenbrod, Bonbonnieres, Düten und Confecten an, der Chocolade- und Feigenkaffee-Fabrikant sowie Zuckerbäcker Georg Rauch mit Chocolade, Bonbons und Sultan-Feigenkaffee,

00:18:18: Und es gab einen Uhrmacher und Goldarbeiter namens Anton Schweighofer, der die Reparatur von Taschen- und Pendeluhren, französische Bronce-Wecker und sogar Thurmuhren anbot sowie Gold-, Silber, und Juwelen-Waaren,

00:18:31: Saison Novitäten und Badener Andenken

00:18:34: verkaufte.".

00:18:34: Und

00:18:35: die Hutmacherin Fanny Schumacher betrieb dort eines der bereits erwähnten Putzgeschäfte mit Schmuckfedern, Kunstblumen, Tisch- und Makart-Bouquets sowie dem Service Reiherfedern werden gekraust

00:18:47: gleich am Hut, geputzt und gefärbt.

00:18:51: Also gab es damals schon in dem Haus Hütte.

00:18:53: Und einen Goldschmied

00:18:55: Möglicherweise hat Wilhelm genau in diesem Gebäude seiner Anna einen Ring gekauft!

00:18:59: Ist das nicht herrlich

00:19:00: romantisch?!

00:19:01: Ja, während neben ihm der Geistliche der Pfarrkirche stand und darauf wartete, den Ladeninhaber einen Auftrag zur Reparatur der Turmuhr zu erteilen.

00:19:10: Na geh, jetzt hast du meine rosa Gedankenblase zur Verlobung von Anne und Willhelm zum Platzen gebracht, Gabi...

00:19:16: Das tut mir leid, weißt du eigentlich dass wir in Baden einen Goldschmiedemeister haben der seinen Betrieb seit 1970 erfolgreich führt?

00:19:24: Rudolf Schachinger, beziehungsweise hat das Geschäft in der Pfarrgasse vierzehn mittlerweile sein Sohn Thomas übernommen.

00:19:30: Hier wird designt geschmiedet und repariert sowie damals bei Anton Schweighofer im Melkerhof.

00:19:36: Zuvor hat sich in den Räumlichkeiten eine Fleischerei befunden und es rollten noch die Fahrzeuge am Portal vorbei.

00:19:43: Die FuZo gab es noch nicht, und am Theaterplatz befand sich ein Kreisverkehr – übrigens ebenso wie auf dem Hauptplatz!

00:19:49: Aber springen wir doch wieder noch weiter zurück und kommen in der Realität unseres Liebespaares an.

00:19:55: Anna & Wilhelm sind mittlerweile verheiratet Und sie bekommt von ihm nur nach Haushaltswahn und Geschirr Super Und das kaufte der Ehemann damals vermutlich beim Schumits in der Rathausgasse ein, denn den gab es bereits.

00:20:10: Der Firmengründer stammte aus dem Burgenland und war Mitbegründern der Badener Sparkasse und des Trabrennvereins.

00:20:17: Auch zu diesem Geschäft gibt's eine witzige Geschichte die ich im Triestingtaler- und Piestingtalerwochenblatt in einer Ausgabe vom September 1929 recherchiert habe.

00:20:27: Da waren Anna und Wilhelm vermutlich schon Eltern, hatten einen Buben oder ein Mädchen und lebten glücklich bis...

00:20:33: Ah ja.

00:20:33: Also zurück zu dem Zeitungsbericht!

00:20:37: In dem steht das beim Schumitz 𝑡ä𝑔𝑙𝑖𝑐ℎ 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑛 𝑁𝑎𝑐ℎ𝑚𝑖𝑡𝑡𝑎𝑔𝑠𝑡𝑢𝑛𝑑𝑒𝑛 𝑑𝑢𝑟𝑐ℎ 𝑒𝑖𝑛𝑒𝑛 𝑔𝑢𝑡𝑒𝑛 𝑆𝑐ℎ𝑎𝑙𝑙𝑎𝑝𝑝𝑎𝑟𝑎𝑡 𝑑𝑖𝑒 𝑊𝑖𝑒𝑛𝑒𝑟 𝑅𝑎𝑑𝑖𝑜𝑘𝑜𝑛𝑧𝑒𝑟𝑡𝑒 𝑎𝑢𝑓 𝑑𝑖𝑒 𝑆𝑡𝑟𝑎ß𝑒 𝑣𝑒𝑟𝑚𝑖𝑡𝑡𝑒𝑙𝑡 werden. 𝑊äℎ𝑟𝑒𝑛𝑑 𝑑𝑖𝑒𝑠𝑒𝑟 𝑍𝑒𝑖𝑡 ℎ𝑒𝑟𝑟𝑠𝑐ℎ𝑡𝑒 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑟 𝑈𝑚𝑔𝑒𝑏𝑢𝑛𝑔 𝑑𝑒𝑠 𝐺𝑒s𝑐ℎä𝑓𝑡𝑒𝑠 𝑙𝑒𝑏ℎ𝑎𝑓𝑡𝑒𝑠 𝑇𝑟𝑒𝑖𝑏𝑒𝑛, 𝑑𝑒𝑛𝑛 𝑎𝑙𝑙𝑒, 𝑑𝑖𝑒 𝑛𝑜𝑐ℎ 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑠𝑜 𝑔𝑙ü𝑐𝑘𝑙𝑖𝑐ℎ 𝑤𝑎𝑟𝑒𝑛, 𝑠𝑖𝑐ℎ 𝑒𝑖𝑛𝑒𝑛 𝑒𝑖𝑔𝑒𝑛𝑒𝑛 𝑅𝑎𝑑𝑖𝑜𝑎𝑝𝑝𝑎𝑟𝑎𝑡 𝑎𝑛𝑠𝑐ℎ𝑎𝑓𝑓𝑒𝑛 𝑧𝑢 𝑘ö𝑛𝑛𝑒𝑛, 𝑙𝑎𝑢𝑠𝑐ℎ𝑡𝑒𝑛 𝑔𝑒𝑟𝑛𝑒 𝑑𝑒𝑛 𝑉𝑜𝑟𝑡𝑟ä𝑔𝑒𝑛. 𝑆𝑒𝑖𝑡 𝑣𝑜𝑟𝑖𝑔𝑒𝑟 𝑊𝑜𝑐ℎ𝑒 𝑖𝑠𝑡 𝑝𝑙ö𝑡𝑧𝑙𝑖𝑐ℎ 𝑑𝑒𝑟 𝑆𝑐ℎ𝑎𝑙𝑙𝑎𝑝𝑝𝑎𝑟𝑎𝑡 𝑣𝑒𝑟𝑠𝑡𝑢𝑚𝑚𝑡. 𝐸𝑟 𝑖𝑠𝑡 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑒𝑡𝑤𝑎 𝑠𝑐ℎ𝑎𝑑ℎ𝑎𝑓𝑡 𝑔𝑒𝑤𝑜𝑟𝑑𝑒𝑛, 𝑠𝑜𝑛𝑑𝑒𝑟𝑛 𝑏ö𝑠𝑒 𝑀𝑒𝑛𝑠𝑐ℎ𝑒𝑛, 𝑎𝑢𝑓 𝑑𝑖𝑒 𝑑𝑎𝑠 𝑠𝑐ℎö𝑛𝑒 𝑆𝑝𝑟𝑖𝑐ℎ𝑤𝑜𝑟𝑡: „𝑊𝑜 𝑚𝑎𝑛 𝑠𝑖𝑛𝑔𝑡, 𝑑𝑜𝑟𝑡 𝑙𝑎𝑠𝑠 𝑑𝑖𝑐ℎ 𝑛𝑖𝑒𝑑𝑒𝑟“ 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑝𝑎ß𝑡, ℎ𝑎𝑏𝑒𝑛 𝑎𝑛𝑜𝑛𝑦𝑚𝑒 𝐵𝑒𝑠𝑐ℎ𝑤𝑒𝑟𝑑𝑒𝑛 𝑎𝑛 𝑑𝑖𝑒 𝐹𝑖𝑟𝑚𝑎 𝑆𝑐ℎ𝑢𝑚𝑖𝑡𝑠 𝑛𝑎𝑐ℎ 𝐵𝑎𝑑𝑒𝑛 𝑔𝑒𝑟𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒𝑡 𝑢𝑛𝑑 𝑑𝑖𝑒𝑠𝑒 ℎ𝑎𝑡 𝑠𝑜𝑓𝑜𝑟𝑡 𝑖𝑛 𝑙𝑜𝑦𝑎𝑙𝑒𝑟 𝑊𝑒𝑖𝑠𝑒 𝑑𝑖𝑒 𝑆𝑡𝑟𝑎ß𝑒𝑛ü𝑏𝑒𝑟𝑡𝑟𝑎𝑔𝑢𝑛𝑔 𝑒𝑖𝑛𝑠𝑡𝑒𝑙𝑙𝑒𝑛 𝑙𝑎𝑠𝑠𝑒𝑛. 𝑉𝑖𝑒𝑙𝑒 𝑍𝑢ℎö𝑟𝑒𝑟 𝑠𝑖𝑛𝑑 𝑑𝑢𝑟𝑐ℎ 𝑒𝑖𝑛𝑖𝑔𝑒 𝑆𝑝𝑖𝑒ß𝑏ü𝑟𝑔𝑒𝑟, 𝑑𝑒𝑛𝑛 𝑛𝑢𝑟 𝑠𝑜𝑙𝑐ℎ𝑒 𝑘ö𝑛𝑛𝑒𝑛 𝑑𝑖𝑒 𝑎𝑛𝑜𝑛𝑦𝑚𝑒𝑛 𝐵𝑒𝑠𝑐ℎ𝑤𝑒𝑟𝑑𝑒𝑓üℎ𝑟𝑒𝑟 𝑔𝑒𝑤𝑒𝑠𝑒𝑛 𝑠𝑒𝑖𝑛, 𝑢𝑚 𝑒𝑖𝑛𝑒𝑛 𝑂ℎ𝑟𝑒𝑛𝑠𝑐ℎ𝑚𝑎𝑢𝑠 𝑔𝑒𝑘𝑜𝑚𝑚𝑒𝑛

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00:21:32: Spaßbremsen und Vernaderer gab es also schon damals!

00:21:36: Das bringt mich Augenblicklich in die Gegenwart zurück – was würden Anna & Wilhelm sagen wenn sie heute zum Einkaufen durch Baden gingen?

00:21:45: Ich denke, sie würden manches wiedererkennen – und über anderes staunen. Zum Beispiel über den Weltladen, in dem Kaffee, Schokolade, Gewürze und Honig, Upcycling-Produkte, Musikinstrumente, Bekleidung, Schmuck und Kunsthandwerk aus fairem Handel verkauft werden.

00:22:01: Ein Geschäftsmodell das es im neunzehnten Jahrhundert noch nicht gab.

00:22:05: Oder über Supermärkte, in denen Produkte aus aller Welt fast rund um die Uhr erhältlich sind Wo Menschen mit Metallwagerln durch die Gänge fahren Und am Schluss ihre Einkäufe selbst scannen.

00:22:16: Oder über Modegeschäfte die Kleidung anbieten, die aus Bio-Leinen bestehen oder vorher schon von anderen Menschen getragen wurden und Pälze verkaufen für die kein Tier sterben musste.

00:22:27: Meinst du es würde Ihnen gefallen?

00:22:30: Vieles bestimmt aber ich glaube sie würden sich auch wundern über Geschäfte, die leer stehen Schaufenster, die ungepflegt und lieblos wirken Und darüber dass eine Kurstadt manchmal erstaunlich ruhig wirken kann.

00:22:41: Früher brachte die Sommerfrische Leben in der Stadt.

00:22:44: Hotels waren gut gebucht, Kurgäste flanierten durch die Gassen, kauften ein und sorgten für einen guten Absatz in den Geschäften – und damit automatisch dafür -, dass die Wirtschaft im Baden florierte.

00:22:57: Heute kommen fast keine Touristen mehr weil es kaum noch Hotels gibt!

00:23:01: Und die Regierung könnte mit neuen Maßnahmen Kurbetriebe schon bald dazu zwingend abzuwandern….

00:23:06: Dazu kommen steigende Kosten und hohe Mieten, was die Kunden an den ständigen Verteuerungen merken und sich dadurch auch immer weniger leisten können.

00:23:14: Ein weiterer Grund ist der Druck des Onlinehandels – viele kleine Betriebe kämpfen jeden Tag ums Überleben.

00:23:20: Manche schaffen es, viele aber leider nicht!

00:23:23: Das merkt man an den zahlreichen Eintagsfliegen Geschäften, die aufmachen und mit einem Sortiment ohne echten USP an den Start gehen.

00:23:32: Und eigentlich weiß man sofort, dass der Verkaufsraum mit der ambitioniert präsentierten und teuer angebotenen billigen Allerweltsware bald wieder zur Vermietung gelangen wird.

00:23:41: Weil die Badener ein ganz besonderes Publikum sind!

00:23:44: Sie freuen sich über frische Ideen, schätzen aber gleichzeitig Beständigkeit und Tradition.

00:23:49: Wer hier ein Geschäft eröffnet, braucht deshalb mehr als ein modernes Logo unter einen hübschen Instagram-Auftritt?

00:23:55: Die Menschen wollen Qualität, Persönlichkeit und das Gefühl dass jemand gekommen ist um zu bleiben.

00:24:01: Und das nicht nur für den nächsten Trend!

00:24:04: Aber wir freuen uns über alle die einen Traum unter Mut haben etwas Neues zu wagen.

00:24:09: Solange der Laden nicht wirkt als wäre er der lieblose Ableger einer Kette die in Wien gerade boomt und ohne Idee was zu Baden und ihren Einwohnern passt.

00:24:19: Noch mehr freuen wir uns über charmante Familienbetriebe, die seit Generationen durchhalten und über kleine liebevoll geführte Geschäfte, die einer Innenstadt ihren Charakter verleihen.

00:24:29: Denn seien wir ehrlich eine Stadt lebt nicht von Schaufenstern sie lebt von Menschen vom Begegnungen vom Stöbern, plaudern und Entdecken.

00:24:37: Und damit verabschieden wir uns aus der Einkaufsstadt Baden!

00:24:41: Wenn euch auch diese Folge gefallen hat macht gerne ein bisschen Werbung für uns.

00:24:45: Wir machen Werbung für euch mit exklusiven Gratis-Sammelkarten, die ihr ab sofort in einigen der Geschäfte bekommt über die wir heute gesprochen haben.

00:24:54: Es handelt sich dabei um historische Ansichten der Stadt, die Ihr bestimmt noch nicht kennt!

00:24:59: Da heißt es schnell sein – es gibt nur hundert Stück Pro Karte.

00:25:03: Wer alle fünf Karten besitzt und die Fragen darauf beantworten kann, schickt die Antwort an g.hasmann@kabsi.at

00:25:11: Die E-Mailadresse dazu findet ihr auch in den Shownotes und nimmt an einer Gratisführung an besondere historische Orte in Baden mit interessanten Geschichten teil.

00:25:21: Und damit sind wir schon wieder am Ende unserer heutigen Folge!

00:25:25: Bis bald und bleibt gesund!

00:25:38: Das war unsere heutige Folge, eine Erinnerung aus der Vergangenheit verbunden mit dem Heute in Baden bei Wien.

00:25:45: Danke fürs Zuhören und fürs Mitgehen auf diese kleine Zeitreise!

00:25:48: Wenn euch die Folge gefallen hat, teilt sie, empfehlt unseren Podcast gerne weiter und hört auch beim nächsten Mal wieder rein – wenn es bei unserer nächsten Geschichte Vergangen- heit auf Gegenwart trifft.

00:25:59: Wir sind Silvia Eidler

00:26:00: und Gabriele Hassmann

00:26:02: Und wir freuen uns, wenn ihr Baden auch künftig neu mit uns entdeckt.

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