#4 Baden und sein Wasser mit Geschichte

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00:00:04: Schön, dass ihr erneut unserer Zeitspur folgt.

00:00:07: Heute wird es nass, warm, schwefelig und stellenweise auch ein bisschen schlüpfrig!

00:00:13: Wir sprechen über Baden und seine Bäder.

00:00:15: Dafür versetzen wir uns geistig erst einmal in die Römerzeit zurück... ...und beamen uns damit an den Beginn der Geschichte unserer Kurstadt.

00:00:24: Was wäre Baden ohne seine heilsamen Quellen, Thermen und Bäder Silvia?

00:00:30: Sie machten aus einer kleinen Siedlung einen bedeutenden Kurort und brachten über Jahrhunderte Wohlstand in die Stadt.

00:00:36: Doch die Zeiten haben sich geändert, wo einst Tausende Gäste wochenlang zur Sommerfrische verweilten erinnern heute nur noch einige Kuranstalten an diese Ära und auch dort sitzt man teilweise schon auf gepackten Koffern bereit zum Absiedeln sobald die Bundesregierung mit ihrer Gesundheitsreform ernst macht und die finanziellen Mitteln kürzt.

00:00:57: Aber zurück zum Start.

00:00:59: Dorthin wo die Quellen bereits blubberten, die Geschichte über ihre Entdeckung aber noch nicht in Stein gemeißelt war.

00:01:06: Laut dem Dichter Hieronymus Lorm der sich im neunzehnten Jahrhundert diese Legende aus den Fingern gesaugt bzw mit einer Feder auf Papier gekritzelt hat soll nämlich Kaiser Friedrich III.

00:01:19: auf die Badener Heilquelle gestoßen sein – allerdings nicht allein sondern mithilfe seiner Hunde!

00:01:25: Also Hunde als mittelalterliche Thermalwasserscouts.

00:01:29: Baden hätte also statt einer Wanne eigentlich einen nassen Hund im Stadtwappen verdient.

00:01:35: Na jeden Fall soll der Kaiser bei der Jagd den bellenden Vierbeinern gefolgt sein, die nicht etwa Wild aufgespürt, sondern eine Quelle entdeckt hatten.

00:01:44: Als Friedrich merkte dass seine Hunde ganz begeistert auf das warme stinkende Wasser reagierten und Schwanz wedelnd darin plantschten habe er die Besiedlung des Gebiets veranlasst.

00:01:57: Andere Sagen erzählen von einem alten gebrechlichen Hund, der auf wundersame Weise wie neu wieder nach Hause kam, nachdem er für einige Zeit verschwunden war.

00:02:07: Als er Woche später erneut das Weite suchte, folgte ihm sein Herrchen und fand das Heilwasser.

00:02:14: auch eine hübsche Geschichte!

00:02:15: Ein Hund nimmt sich eine kleine Auszeit von daheim und kommt zurück wie nach drei Wochen Kuraufenthalt mit Mohrbackungen und Halbpension.

00:02:23: Historisch sauberer wird es bei den Römern.

00:02:26: Tatsächlich wurde die erste Quelle in Baden um 50 nach Christus von römischen Soldaten entdeckt, Legionären der zehnten, vierzehnten und fünfzehnten Legion.

00:02:37: Sie fanden die Ursprungsquelle im heutigen Kurbark und legten in der Folge die Zivilstadt Aquae an.

00:02:43: Aquae?

00:02:45: Also ganz trocken übersetzt Wässer!

00:02:47: Die Römer waren offenbar pragmatisch – wenn das nass ist, nennen wir den Ort Wässerstadt.

00:02:54: Diese römische Siedlung erstreckte sich zwischen Kurpark und Josefsplatz, das Zentrum lag im Bereich des heutigen Hauptplatzes.

00:03:02: Hat man dort nicht bei der Errichtung der Pestseule eine Steinbank aus der Römerzeit ausgegraben?

00:03:07: Das stimmt – und es gab darauf auch den Pfotenabdruck eines Hundes!

00:03:12: Ein antiker Vierbeiner hat also in Baden seine Spuren hinterlassen.

00:03:16: Vielleicht hat er die erste Quelle gefunden, wenn schon alle Legenden von der Entdeckung durch einen Hund berichten?

00:03:22: Und später hat sein Halter beim Gassi gehen auf der Bank am Hauptplatz eine Pause eingelegt – so fügt sich alles zusammen!

00:03:29: Aber wie genau haben die Römer jetzt diese erste Quellen im Kurpark

00:03:33: genutzt?!

00:03:34: Sie haben unter der heutigen Sommerarena eine Therme errichtet etwa dreiundfünfzig Meter lang bis zu zehn Meter breit, mit geheizten Mosaikfußböden, Turnsaal, Dunstbad, Kalt- und Heißwasser-Badesäle und einer Art Ärztezentrum.

00:03:50: Umgeben war die Anlage von einem heiligen Eichenhain – mit Altären und Votivsteinen.

00:03:56: Wellness in Legionärsandalen, damals allerdings noch ohne Spotify Entspannungsplaylist.

00:04:02: Ob die Legionäre damals auch schon für einen Mindestaufenthalt von drei Stunden zahlen mussten, so wie heute Gäste in der Römertherme?

00:04:09: Vermutlich nicht.

00:04:11: Aber ich glaube sie blieben freiwillig länger Denn für die römischen Soldaten war das warme Schwefelwasser eine Wohltat.

00:04:18: Viele kamen aus südlicheren Gegenden und empfanden das Klima hier als rau. Das Thermalwasser half gegen ausgekühlte Knochen und rheumatische Beschwerden.

00:04:28: Man sieht es direkt vor sich, Legionäre die nach Carnuntum oder Vindobona marschieren und sagen, ich habe es im Kreuz Lucius wir müssen nach Baden.

00:04:37: Und der andere antwortet – und bei mir zwickt seit Wochen das Knie!

00:04:41: Wenn die Schwefelquelle diesmal nicht hilft beantrage ich die Versetzung.

00:04:46: Vermutlich nicht nur wegen des Klimas, sondern eher wegen der Hunden verschwanden die Römer im fünften Jahrhundert wieder.

00:04:53: Und mit ihnen ging das Wissen um diese hochentwickelte Badekultur weitgehend verloren.

00:04:58: Die warmen

00:04:58: Quellen blieben aber sie wurden in dem folgenden Jahrhundert eher als Orte der Spiritualität genutzt.

00:05:05: und wenn einer dann sagte warum riecht es denn hier nach faulen Eiern?

00:05:10: Dann hieß es pssst.

00:05:11: dass ist egal!

00:05:13: Der Ort ist magisch

00:05:15: Und im Mittelalter tauchten die Bäder wieder deutlicher in den Quellen auf.

00:05:20: In den historischen?

00:05:21: Genau, man wusste damals allerdings immer noch nicht welche Kraft das Wasser besaß.

00:05:26: Es war einfach nur von Natur aus angenehm warm.

00:05:29: Man sparte sich also die Heizkosten um es auf Temperatur zu bringen.

00:05:34: Man konnte sich allerdings nicht erklären warum das Wasser warm und zudem auch noch stinkert aus dem Boden trat.

00:05:42: Noch im sechzehnten Jahrhundert glaubten viele, es komme aus dem Schlund der Hölle.

00:05:48: Was ja aus heutiger Sicht nicht ganz unlogisch ist, wenn es aus dem Boden dampft und riecht als hätte der Teufel seine Socken ausgezogen – da denkt man auch nicht automatisch an balneologische Hellkraft.

00:05:59: Doch dann erklärte ein schlauer Mann namens Dr.

00:06:02: Wolfgang Winterberger aus Krems den Badenern im Jahr 1511 welche Heilkraft das Wasser besitzt.

00:06:10: Wieviel sie davon trinken dürfen, wie lang sie da im Baden können ohne zu verschrumpeln.

00:06:16: Und du meinst auch, ohne Kreislaufprobleme zu bekommen?

00:06:18: Selbstverständlich!

00:06:20: Das Werk des schlauen Mediziners mit der Bezeichnung "Traktat der Badenfahrt" gilt als ältester gedruckter Kur- und Badeführer des deutschen Sprachraums

00:06:31: Und ab diesem Zeitpunkt entwickelten sich die Badestuben.

00:06:34: Sie lagen nahe den Thermalquellen und wurden von gelernten Badern betrieben.

00:06:39: Die nicht nur Körperwäscher waren, sondern auch Leihenmediziner.

00:06:43: Sie schrubbten, kneteten, ließen zu Ader, schröpften, zogen Zähne, behandelten Wunden, führten kleine chirurgische Eingriffe durch und beschauten Aussätzige und Leichen.

00:06:56: Nebenbei handelten sie mit Heilkräutern die Kräuterfrauen und Wurzelgraber aus der Umgebung brachten, die teils zur Medizin verarbeitet, teils geraucht wurden.

00:07:06: Also Friseur, Masseuer, Zahnarzt, Kosmetiker, Wunderarzt, Gerichtsmediziner und Drogenhändler in einem?

00:07:14: Heute bräuchte man dafür sieben Gewerbescheine eine Datenschutzschulung und Freunde bei der Polizei.

00:07:20: Ja eben!

00:07:21: Manche waren auch Heiratsvermittler oder betrieben in Nebentätigkeit Bordelle.

00:07:26: Badestuben galten seit jeher als Herbergen der Leichtfertigkeit.

00:07:30: Wunderbarer Ausdruck, da klingt sogar das Wort Sünde nach Spa!

00:07:35: Männer und Frauen parteten oft gemeinsam in den Zubern ohne strenge Geschlechtertrennung – es wurde gegessen, getrunken, gesungen, gedratscht, angebandelt und verhandelt.

00:07:48: Neben Kirchen und Märkte waren die Badestuben wichtige Kommunikationszentren

00:07:53: Also quasi das mittelalterliche Facebook, nur nasser und mit Aderlass.

00:07:58: Natürlich sorgte das für Skandale!

00:08:00: Es gibt zahlreiche Berichte über unzüchtiges Treiben in den Zubern.

00:08:05: In trüben Wasser,

00:08:06: immerhin hatten die Leute damals noch kein Badezimmer zu Hause und kamen daher ungewaschen in die Badestube, ging so manche Hand auf Wanderschaft.

00:08:15: Ach deshalb

00:08:16: hat Baden einen Zuber im Wappen, um an die Vergnügungen von damals zu erinnern Und es wird ja noch heute in der Stadt gerne gegessen, getrunken, gesungen und vor allem nicht was du jetzt denkst,

00:08:28: Ich meine, getratscht!

00:08:30: Die Bader standen aber nicht nur für kontrollierten Spaß sondern auch für Ärger denn sie waren den Ärzten und Apothekern ein Dorn im Auge.

00:08:39: Ein Beispiel ist das Schwitzbad "im Baumgarten" in der Neustiftgasse 6 dessen Betreiber Josef Steininger 1743 verklagt wurde, weil er angeblich nicht nur in fremden Professionen wilderte, sondern auch Medizin ausgab.

00:08:55: Ich bin mir nicht so sicher ob diese Kerle damals wirklich immer wussten was sie taten.

00:08:59: Wahrscheinlich lautet das Motto Wenn man diese Pulver nimmt dann passiert irgendwas vielleicht sogar etwas Gutes.

00:09:05: Oder hüfts nix schod's nix.

00:09:07: hoffentlich

00:09:09: Gab es eigentlich nur diese eine Badestube in der Neustiftgasse?

00:09:12: Nein!

00:09:13: Das war nur die Bekannteste.

00:09:15: Weitere existierten etwa am Hauptplatz 21 und in der Pelzgasse 13 später Bäckermühle.

00:09:22: Leider bescherten ihnen ansteckende Krankheiten und steigende Holzpreise schließlich im achtzehnten Jahrhundert ein jehes Ende.

00:09:29: Es ist immer wieder erstaunlich wie oft Geschichte an Holzpreisen scheitert nicht an Moral, nicht an Medizin, an Breinnholz.

00:09:37: In der Barockzeit galt Wasser dann nicht unbedingt als Freund des Menschen.

00:09:41: Viele Zeitgenossen waren überzeugt, dass ein Bad die Pohren öffnete und Krankheiten ganz leicht in den Körper eindringen konnten.

00:09:50: Also blieb man lieber trocken – und griff stattdessen großzügig zu Puder- und Parfüm!

00:09:56: Aber zu Kurzwecken hat man brav weitergebadet.

00:09:58: Schließlich war man überzeugt, dass der Schwefel alle Keime brav abtötet.

00:10:02: Schon früher also parallel zu den Badstuben waren in der Stadt größere Bäder entstanden – oft im Privatbesitz.

00:10:09: Ab 1531 versuchte die Gemeinde, die Bäder auf ihrem Gebiet in ihre Hand zu bekommen und konkurrenzlos zu werden.

00:10:16: Und schließlich entstand 1600 die erste Badeordnung der niederösterreichischen Landschaftsverordneten.

00:10:22: Die Einhaltung der Regeln im Wasser wurde von einem Bediensteten kontrolliert, die man Jahrhunderte später liebevoll Badewaschel nannte.

00:10:32: Das klingt nett!

00:10:34: Eine Badeordnung war auch nötig – denn wenn Menschen stundenlang in warmem Wasser sitzen, singen, flirten und Wein trinken entsteht irgendwann Verwaltungsbedarf.

00:10:43: Und damit sind wir schon bei einer der bekanntesten Badeanstalten der Stadt.

00:10:48: Wer sich an die Ge- und Verbote hielt konnte dort stundenlang im heilenden Wasser sitzen und zwar in berühmten Herzogsbad.

00:10:56: Es wurde 1538 erstmals namentlich als öffentliche Anstalt erwähnt, das Heilwasser wurde über Holzrohre aus der Ursprungsquelle zugeleitet.

00:11:07: die empfohlene Badezeit betrug damals 100 Stunden pro Monat.

00:11:12: Hundert

00:11:12: Stunden?

00:11:14: Das saß man ja quasi den halben Tag im Wasser.

00:11:17: Also, das arbeitende Volk konnte sich das wahrscheinlich nicht leisten.

00:11:21: Und gebadet wurde in hochgeschlossener Badekleidung bei Frauen mit Blei-Einlagen in den Säumen damit nichts aufschwamm und unliebsame Einblicke gewährte.

00:11:32: Klingt sehr unbequem für mich aber wenn es der Sache diente... Im Herzogsbad gab es übrigens auch einen bemerkenswerten Vorfall.

00:11:40: Im Jahr f1586 weigerte sich der damalige Inhaber Oswald Steiner in seinem Haus das Todesurteil

00:11:48: "Sack

00:11:48: und Wasser" vollstrecken zu lassen.

00:11:51: Eine Kindsmörderin sollte eingenäht in ein Jutebeutel ertränkt werden.

00:11:56: Steiner legte Einspruch ein – die Frau blieb verschont.

00:12:00: Ein respektables Beispiel für zivilen Ungehorsam.

00:12:04: Im selben Haus entstand an 1699 das Antonsbad mit einer sogenannten Glocke, einer Überdachung als Holz und Glas.

00:12:12: Es war auch im Winter geöffnet und galt als Nobelbad.

00:12:16: Baden hatte also schon früh dieses Prinzip für die einen ein Volksbad, für andere ein Ort exklusiver Wellness.

00:12:23: Wasser ist Wasser aber der gesellschaftliche Aufguss macht den Unterschied.

00:12:27: Ein berühmter Besucher von Badens Bäder war Peter der Große.

00:12:31: Nach seinem Aufenthalt, 1698 war er so beeindruckt dass er in Russland nach ähnlichen Quellen wie jener in der Kurstadt suchen ließ.

00:12:41: Das muss man sich einmal vorstellen!

00:12:42: Der Zar kommt nach Baden, riecht Schwefel, kurt ein bisschen und sagt "So etwas will ich auch nur größer und russischer".

00:12:50: Im achzehnten Jahrhundert hieß es in Baden dann zurück zur Natur.

00:12:53: Neue Anlagen rund um die Thermalquellen entstanden.

00:12:57: Die Stadt wurde zu einem der wichtigsten Kurbäder der Donnermonarchie.

00:13:03: Die Landesverwaltung stellte dem Magistrat einen Badearzt bei, der die Leitung der Anstalten übernahm und jährlich Bericht erstatten musste.

00:13:11: Endlich kam Bürokratie auch ins Wasser.

00:13:13: Gott sei Dank!

00:13:15: Ohne Bericht kein Schwefel – und schon gar keinen Dampf.

00:13:19: Im 19. Jahrhundert entwickelt sich die Balneologie, die Bäderkunde.

00:13:24: In Baden war etwa der Internist Johann von Oppolzer wichtig, der Bäder als zentrale Therapiegrundlage betrachtete.

00:13:31: Mit Kaiser Franz II. / I.

00:13:32: und seiner Entourage wurde Baden schließlich mondän, in den ersten beiden Jahrzehnten des neunzehnten Jahrhunderts beherrschte die Stadt die Kurszene der Habsburger Monarchie.

00:13:44: Wenn der Kaiser badet, baden alle!

00:13:46: Das ist wie heute mit den Influencern nur mit mehr Orden und weniger Ringlicht.

00:13:51: Kaiser Franz gründete 1805 im ehemaligen Maria-Zellerhof die KK Wohltätigkeitsanstalt für Badebedürftige. Kranke und Arme aus Wien und Niederösterreich konnten dort unentgeltlich aufgenommen werden.

00:14:05: Heute ist daraus der Badener Hof geworden!

00:14:08: Das Mariazeller-Bad selbst geht auf den alten Mönchshof zurück, der erst mal im Jahr 1278 erwähnt wurde.

00:14:14: Man sieht – Aus klösterlicher Unterkunft wird schließlich Kurhotel.

00:14:18: Baden kann Wiederverwertung!

00:14:20: In dieser Zeit hat man auch stark auf Hygiene in Luft und Wasser geachtet, und daher wert auf die Beseitigung schlechter Gerüche gelegt.

00:14:29: Die Leichenhütte der Pfarrkirche wurde aus dem Zentrum verbannt.

00:14:33: Hausausflüsse auf die Straße wurden gesperrt – das verbesserte die hygienischen Zustände erheblich.

00:14:40: An der Steigerung der hygienische Bedingungen und damit Lebensqualität in der Stadt maßgeblich beteiligt war übrigens Chrysostomus Schratt.

00:14:48: Es handelt sich dabei um niemand Geringeren als den Großvater der Schauspielerin Katharina Schratt, die Freundin von Kaiser Franz Josef.

00:14:56: Chrysostomus hat auch ein Buch geschrieben das sich mit der Heilkraft der Schwefelquellen in Baden beschäftigt.

00:15:02: Ein Mann, der offenbar begriffen hatte Gesundheit ist nicht nur etwas für Sommerfrischler mit Strohut.

00:15:09: Witzige Geschichte zu schlechten Gerüchen in Verbindung mit dem Zustrom Nobler Kurgäste.

00:15:14: In der Pfarrkirche wohnte ja der Türmer, der seinen verantwortungsvollen Posten nie verlassen durfte.

00:15:21: Es wurde daher ein dickes Seil vom Boden zu seiner Stube im Turm gespannt, an dem man die Lebensmittel und sonstige Gegenstände für seinen Gebrauch hinaufgezogen

00:15:31: hat.

00:15:31: Ich ahne Grausliches!

00:15:34: Natürlich mussten die Abfälle ebenfalls auf diesen Wegen entsorgt werden – so auch die Ausscheidungen.

00:15:41: Und schon bald war folgende Anweisung in der Badener Pfarrkronik zu lesen.

00:15:46: Den Abort-Kübel bei starkem Sturm nicht herunterlassen, damit die Kirche nicht angesch.. wird!

00:15:54: Anfangs befand sich dieses Seil auf der Vorderseite der Kirche später auf der Rückseite um die feinen Sommerfrischler beim Betreten der Kirchen nicht zu verstören.

00:16:05: Es wurde aber auch schon Zeit, ein bisschen mehr auf die Reinlichkeit in der Stadt zu achten.

00:16:09: Wobei man dazusagen muss.

00:16:10: vorher war die Latte niedrig, Wege voller Schlamm Unrat, Fäkalien, Schweine wurden durch die Straßen auf dem Park getrieben und Nachtöpfe aus dem Fenster geleert.

00:16:20: Wer heute über fehlende Parkplätze jammert sollte kurz dankbar sein dass ihn niemand einen Kübel aus dem zweiten Stock aus den Kopf kippt.

00:16:27: Und damals galt stecken bleiben im Dreck übrigens als Entschuldigungsgrund für das Zuspätkommen.

00:16:33: Heute ist es eher ein Weichenproblem, Stau oder die Suche nach einem Parkplatz.

00:16:38: Jede Epoche hat eben ihre eigenen Verkehrsprobleme.

00:16:41: Die Wissenschaftler besuchten die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte Baden.

00:16:47: Eigentlich hätte ihre Versammlung in Wien stattfinden sollen, doch wegen der Chollera wurde das verschoben.

00:16:54: Die Wissenschaftlern kamen mit neununddreißig vierspännigen Postwagen nach Baden, besichtigten die Rollet'sche Kunst- und Naturaliensammlung und lobten die Sauberkeit der Bäder.

00:17:07: Ob die Kutscher sich wohl mit der grünen und blauen Zone in Baden ausgekannt hätten, lieber gleich ins Parkhaus gefahren oder erst gar nicht angereist werden?

00:17:16: Zum Glück gab es diese Probleme damals noch nicht.

00:17:18: Aber kommen wir jetzt zu den anderen Bädern der Stadt.

00:17:21: Das Josefsbad, ursprünglicher Rohrbadl am Anger wurde XIII III gegründet später als Judenbad genutzt nach der Zerstörung von 1683

00:17:30: wieder aufgebaut und vier durch einen Kuppelbau erweitert.

00:17:36: Sechsundsechzig kurte Maria Josefa, die Gattin Josefs des Zweiten in Baden.

00:17:42: Maria Theresia begleitete sie und soll erschüttert gewesen sein dass das Josefsbad auch von Geistlichen besucht wurde.

00:17:49: Sie dachte sich, das kann so nicht bleiben.

00:17:53: aber nicht die Geistlichen mussten raus, sondern die Frauen auch.

00:17:56: eine Logik

00:17:58: Konstanze Mozart kurte 1791 ebenfalls im Josefsbad.

00:18:02: Später wurde das Gebäude nach Umbauten als Restaurant genutzt und so ist es bis heute geblieben.

00:18:08: Das Engelsbad hat ebenfalls eine lange Geschichte, das Areal auf dem einst Bauernhöfe standen wurde Engelsburg genannt.

00:18:17: Zu Pestzeiten gab es dort auch eine Quarantänestation.

00:18:21: Im 18. Jahrhundert trat am Tag des Erdbebens von Lissabon eine neue Schwefelquelle auf.

00:18:28: 1822 wurde das heutige Engelsbad errichtet

00:18:32: Und neunzehntundzwölf wurde ein Schuster angezeigt, weil er Schwefelwasser von der Engelsbadquelle abgezapft und in einen Privatbad geleitet hatte.

00:18:40: Baden hatte also auch seinen ganz eigenen Schwefelwasserschwarzmarkt.

00:18:45: Das Peregrini-Bad wurde von der Stadtgemeinde auf einem Privatgrundstück über einer Mineralquelle errichtet.

00:18:53: Ursprünglich war es ein Fußbad, später ein Vollbad.

00:18:57: Es ist das älterste erhaltene Badegebäude der Stadt allerdings stark umgebaut.

00:19:02: Historisch wertvoll, optisch heute eher.

00:19:04: wir haben da in den Achtzigern etwas Praktisches gemacht.

00:19:13: Das Ursprungsbad entstand 1796 im Kurpark, zwischen dem damaligen türkischen Kiosk und der Trinkhalle.

00:19:16: Es wurde im türkischem Stil errichtet mit roten Dach, Kuppel- und Halbmond – das orientalische war damals ganz groß in Mode.

00:19:24: Gäste konnten außerdem durch den bis heute bestehenden rund dreißig Meter langen Felsentunnel zur Ursprungsquelle gehen.

00:19:32: Das ist heute nur im Rahmen von Stadtführungen

00:19:35: möglich.".

00:19:36: Auch wieder typisch Baden dass sich nicht einmal die Badener selbst dieses Stück Stadtgeschichte gratis ansehen dürfen!

00:19:42: Und über dem Schacht der Römertherme stand übrigens ein Sinnspruch Goethes:

00:19:47: Wunder wirken, strömt die Welle, strömt der heißen Dampf der Quelle.

00:19:52: Mut wird freier, Blut wird neuer, heil dem Wasser, heil dem Feuer.

00:19:58: Steht das heute noch da?

00:19:59: Nö!

00:20:00: Goethe war also auch im Marketing besser als manch heutige Wellnessbroschüre.

00:20:05: Das Theresienbad wurde 1758 errichtet und nach Maria Theresia benannt.

00:20:11: Die sich mit Tausend Dukaten beteiligte.

00:20:14: Es sollte vor allem verwundeten Offizieren dienen und hatte elegante Separatbäder mit Marmor-Wannen.

00:20:21: Verwunderde Offiziere in Marmor Wannen – das klingt nach Reha mit Standesbewusstsein!

00:20:27: Beim Bau des Kurhauses 1884/85, heute Casino, hat man das Theresienbad gegenüber neu errichtet.

00:20:36: Es erinnert immer noch ein Wappen mit Doppeladler und den Initialen M.T. daran.

00:20:42: Johannesbad und Ferdinandsbad wurden schon 1672 als Armen- und Bettlerbäder genutzt, sie lagen auf einer Schotterinsel der Schwechat.

00:20:50: später entstanden daraus geordnete Badeanlagen.

00:20:54: 1807

00:20:55: wohnte Beethoven im Wohntrakt des Johannes Bades.

00:20:57: 1980/81 wurde das ehemalige Bad zum Kreativzentrum

00:21:01: "Theater am Steg"

00:21:03: Beethoven, Rheumaforschung, Kuranstalt, Theater – die Badener Gebäude wechselten ihre Rollen schneller als manche Schauspieler im Sommertheater.

00:21:13: Das Leopoldsbad früher Heiligenkreuzerbad gehörte zum Heiligenkreuzerhof und nach 1811 kam es in den Besitz der Stadt, die 1812 das heute dort befindliche Gebäude errichtete.

00:21:25: Wirtschaftlich war es schwierig weil Wasserverunreinigungen und eine kalte Wasserader das Badevergnügen minderten.

00:21:32: Später diente das Haus als Abfüllanlage für Mineralwasser der Perigriniquelle.

00:21:38: In den 1950er Jahren gab es sogar Limonade mit verschiedenen Geschmacksrichtungen.

00:21:44: Schwefelwasserlimonade, da würde mich interessieren ob die Zielgruppe normale Menschen wie du und ich waren oder sehr abenteuerlustige Mineralogen?

00:21:53: Und ich denke gerade wieder an den Teufel und seine Socken!

00:21:56: Im ehemaligen Leopoldsbad ist gegenwärtig übrigens die Touristinfo untergebracht.

00:22:01: Unter dem Büros liegt noch ein alter Baderaum, der als Lager genutzt wird.

00:22:06: Wir kommen jetzt zu einem der bekanntesten Bauten im Zusammenhang mit Wasser, das Frauenbad am Josefsplatz.

00:22:13: Es geht auf eine Schwefelquelle bei der mittelalterlichen Frauenkirche zurück.

00:22:17: wir hatten damals tatsächlich zwei Frauenkierchen in der Stadt

00:22:20: Nach dem Stadtbrand 1812 wurde das Frauenbad neu hergestellt und feierlich eröffnet.

00:22:28: Später war es eine luxuriöse Badeanstalt mit Marmor, eleganten Garderoben, reiner Wäsche, Wärmeschachteln, aromatischem Essig und Toilette.

00:22:39: Wir erklären in unserem Podcast auch gerne historische Begriffe.

00:22:42: Also eine Wärmeschachtel war eine Art hölzerne Minisauna, man setzte sich hinein nur der Kopf blieb draußen während heißer Dampf dem Körper umhüllte und für ordentliches Schwitzen sorgte.

00:22:54: Bei mir ist er der aromatischen Essig hängen geblieben.

00:22:57: das klingt nach Wellness bevor jemand das Wort Wellness erfunden hatte Und gleichzeitig noch Salatressing mit gesellschaftlichem Anspruch.

00:23:06: Im Juni 1806 kam es im Frauenbad zu einem Eklat.

00:23:10: Die Grafen Colloredo und Paar schwammen zur Schnecke – das ist dieser wendeltreppenartige Zugang von den Umkleidekabinen ins Wasser – und tauchten dort plötzlich vor Dolgoruki und Frau von Moccenigo auf.

00:23:23: Die Damen kreischten, weitere Badegäste beschimpften die Männer als Unholde und die Grafen verließen beschämt das Bad.

00:23:30: Man sieht auch im Marmorbad kann Benehmen untergehen!

00:23:34: 1973 wurde der Badebetrieb im Frauenbad eingestellt.

00:23:38: Seit 2009 befindet sich dort das Arnulf Rainer Museum.

00:23:42: Vom warmen Schwefelbad zur Kunst, wobei auch die Kunst gelegentlich für erhitzte Gemüter sorgt.

00:23:48: Es gab dann noch das Franzensbad, das 1827 errichtet wurde und ein preiswertes Volksbad für minderbemittelte darstellte.

00:23:57: Zu bestimmten Zeiten war es zahlenden Publikum zugänglich, zu anderen den Pfleglingen des Wohltätigkeitshauses und kranken Kindern.

00:24:06: Heute ist im historischen Franzensbad eine Hamam-Wellnesoase zu finden.

00:24:11: Was schön ist, Hamam passt grundsätzlich zur Baden Wasser, Dampf, Reinigung, Begegnung... Ich liebe es!

00:24:18: Was schlecht ist?

00:24:19: Dass es in einer Stadt die seit Römerzeit vom Schwefel was erlebt kein echtes öffentlicher Schwefelbad für die Baderner gibt.

00:24:26: Im Franzensbad wäre das möglich gewesen.

00:24:28: Die Quelle ist ja da, wurde nur zubetoniert weil der Geruch so gar nicht in eine Hammam passt.

00:24:33: Genau hier kommen wir in die Gegenwart.

00:24:36: Baden hat eine große Vergangenheit als Schwefelkurstadt

00:24:39: aber wer heute nicht Kurgast ist, hat es schwer, Schwefelwasser in klassischer Form zu erleben.

00:24:45: In der Römertherme ist er stark verdünnt und gechlort.

00:24:48: Der Geruch drügt also, das Wasser hat quasi keine Wirkung.

00:24:52: Außerdem stellen viele Besucher fest, dass die Römertherme sanierungsbedürftig wirkt und im Vergleich zur großen historischen Bedeutung der Stadt nicht repräsentativ genug ist.

00:25:03: Das ist tatsächlich ein bisschen peinlich!

00:25:05: Da gebe ich dir Recht.

00:25:07: Errichtet wurde sie übrigens von 1997 bis 1999 auf dem Areal der ehemaligen Mineralschwimmschule.

00:25:14: Diese entstand 1847 im maurischen Stil nach Plänen der Architekten ugust Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll – also jenen Architekten die auch die Wiener Staatsoper entwarfen.

00:25:27: Rechts an der Römertherme ist ein oft übersehener Eingang!

00:25:30: Ein Original von Sicardsburg & Van der Nüll. Und die meisten gehen daran vorbei, als wäre es der Lieferanten-Eingang.

00:25:38: Die Mineralschwimmschule war ein Schwefelwasserfreibad mit Kastaniengarten Heilgymnastik und Geschlechtertrennung bis nach dem Zweiten Weltkrieg.

00:25:47: Sie galt als gemütliche Alternative zum späteren mondänen Strandbad.

00:25:51: Das 1926 in nur achtzig Arbeitstagen entstand.

00:25:56: auf dem Gelände der Villa Reginensruhe der Grafen von Aichelburg wurden fünfzig Waggons Sand aus Melk aufgeschüttet.

00:26:03: Ursprünglich waren zweihundert Waggons Meeressand von der Adria geplant.

00:26:08: Aber es musste gespart werden, schon damals, Baden wollte Lido und Adria-Feeling mit dem Sand aus Melk.

00:26:14: Das ist nicht schlecht aber halt nicht Grado

00:26:16: oder der Lido von Venedig.

00:26:18: Die Badeordnung im Strandbad war damals übrigens eine echte Sensation und löste zugleich eine Welle der Empörung aus.

00:26:26: Frauen trugen kurzgeschnittene Badeanzüge Männer durften oben ohne gehen.

00:26:31: Aus der Bevölkerung kam die Frage, ob Töchter dieses Bad überhaupt besuchen könnten wenn sie unfreiwillige Akstudien an Männern machen müssten.

00:26:40: Der prüde Teil der Baderner Bevölkerung konnte sich ja immer noch in die Mineralschwimmschule retten.

00:26:46: Dort war man strenger mit der Bademode.

00:26:48: Mich würde interessieren, ob außerhalb der neuen Bäder auch über die Zumutung nackter Schultern diskutiert wurde Als die Badener Im Gänsehäufl, Mühlbach, im Dobbllhofteich oder im Kommunalbad am Wiener Neustädterkanal schwammen.

00:27:02: Der Strandbad wurde später allerdings zu einer echten Institution.

00:27:07: In den 1955 fanden dort sogar Dreharbeiten zum Film der letzte Akt von Georg Wilhelm Pabst statt mit Lotte Tobisch als Eva Braun, Albin Skoda als Hitler und Oskar Werner als Hauptmann Wüst.

00:27:20: Heuer feiert das Strandbad sein hundertjähriges Bestehen.

00:27:23: Es bietet verschiedene Becken, darunter ein Schwefelbecken mit gechlortem Thermalwasser das sogenannte Wandl.

00:27:29: Und jetzt kommen wir zur Baderner Königsdisziplin – die Kabane!

00:27:34: Man bekommt nicht einfach eine Kabane wenn man dafür bezahlt.

00:27:38: Vielleicht kommt es auf die Summe an?

00:27:40: Keine Chance!

00:27:41: Man muss warten, hoffen, jemanden kennen oder beerben bzw in einer Familie hineingeboren werden, die seit Öffnung des Strandbades denselben Holzverschlag verteidigt.

00:27:51: Das ist fast schon ein eigener Gesellschaftsroman, die Kabane.

00:27:55: Ein Erbstreit in fünf Akten mit Sonnencreme und Schlüsselband.

00:27:59: Im Vergleich zum Badener Strandbad mit seinen traditionellen Strukturen wird oft als der Malbad verslau genannt.

00:28:06: Naturwasser historische Kabanen für jedermann sommerfrische Kultur-Events – ein insgesamt lockerer wirkender Betrieb.

00:28:14: In der warmen Jahreszeit sind viele Badener daher im Bad Vöslauer Wasser zu finden.

00:28:18: Und genau da tut es manchmal weh, denn unsere Stadt hätte alles – Geschichte, Quellen, Architektur, Prominenz, Schwefel, Römer, Kaiser, Bader.

00:28:29: Skandale!

00:28:30: Und trotzdem wirkte es manchmal als hätte man einen Juwelenschrank geerbt und stellt obendrauf eine Plastikschüssel.

00:28:37: Heute gibt es vierzehn beziehungsweise je nach Zählung, fünfzehn gefasste Schwefelhellquellen mit Temperaturen bis sechsunddreißig Grad.

00:28:45: Leider wird der Großteil des Wassers in die Schwechat geleitet weil man es angeblich nicht brauchen kann.

00:28:51: aber Hauptsache die Badener haben nichts davon, kein Bad, keinen öffentlich zugänglichen Trinkbrunnen wie früher den im Kurpark.

00:28:58: Wir stellen uns daher die Frage, wie macht man diese einzigartige Ressource für die Bevölkerung und Besucher, die nicht als Kurgäste zu uns kommen besser erlebbar?

00:29:08: Wie kann man die Quellen als Identitätsmerkmal stärker im Stadtbild in touristische Angebote und in die Wahrnehmung der Gäste integrieren.

00:29:17: Wie lässt sich dieses Alleinstellungsmerkmal touristisch noch stärker nutzen?

00:29:22: Es ist, als würde Baden ständig sagen, schau was ich alles habe!

00:29:26: Und dann flüstert jemand, jo eh!

00:29:28: Aber was machen wir heute damit?

00:29:30: Vielleicht wäre die eigentliche Aufgabe für Baden, die Bädergeschichte nicht nur als Vergangenheit zu behandeln sondern auch als Auftrag.

00:29:37: Die Stadt sitzt auf einer Ressource um die andere Kurorte sie beneiden würden

00:29:41: und genau deshalb wird so leidenschaftlich kritisiert, weil es den Leuten nicht egal ist.

00:29:47: niemand regt sich über ein Bad auf das ihm nichts bedeutet.

00:29:50: aber beim Strandbad, bei der Römertherme, beim Franzensbad, Da geht es um Erinnerungen, Identität und um die Frage, wem diese Stadt eigentlich gehört.

00:29:59: Den Kurgästen, den Touristen, den Betreibern, den Investoren, den alten Badener Familien mit Kabanenschlüssel oder auch den Menschen, die im Schwefelwasser baden wollen?

00:30:09: Baden war immer dann stark wenn das Wasser nicht nur verwaltet sondern lebendig gemacht hat bei den Römern als Thermenstadt in Mittelalter als Badstube- und Kommunikationsort im neunzehnten Jahrhundert als mondäne Kursstadt.

00:30:28: Und jetzt müsste Baden wieder herausfinden, was es im einundzwanzigsten Jahrhundert sein will.

00:30:32: Nicht nur Wellnesslandschaft, nicht nur Gesundheitsangebot, sondern ein Ort an dem Geschichte spürbar wird – in besten Fall nicht nur im Museum sondern im Wasser selbst!

00:30:52: Von Kaisern besucht, von Künstlern beschrieben, gemalt, besungen und von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Kurstadt geliebt.

00:31:02: Und immer mit diesem unverwechselbaren Duft bei dem man sich fragt ist das Heilung oder hat jemand ein Ei zu lange gekocht?

00:31:09: Im Baden ist es wahrscheinlich beides!

00:31:12: Damit verabschieden wir uns aus der schwefeligen Welt der Badener Bäder bis zum nächsten Mal.

00:31:24: Gerade deshalb reden wir darüber

00:31:26: und hören nicht auf bis jemand zuhört.

00:31:28: Das war unsere heutige Folge, eine Erinnerung aus der Vergangenheit verbunden mit dem Heute in Baden bei Wien.

00:31:35: Danke fürs Zuhören und fürs Mitgehen auf diese kleine Zeitreise!

00:31:39: Wenn euch die Folge gefallen hat, teilt sie, empfehlt unseren Podcast gerne weiter und hört auch beim nächsten Mal wieder rein – wenn bei unserer nächsten Geschichte Vergangenhalt auf Gegenwart trifft.

00:31:49: Wir sind Silvia Eitler

00:31:51: und Gabriele Hassmann

00:31:52: Und wir freuen uns, wenn ihr Baden auch künftig neu mit uns entdeckt.

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